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Profil von: Kartoffelotto
zuletzt online: 16.07.2009
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Thema





14.01.2009 15:49:03 / ... / ... [#lang]


Kürzlich war ich Abends nach der Arbeit, wie so oft, zum Blutspenden in die Uniklinik gefahren. Ich bin regelmäßige Spenderin seit ich hier wohne, Gestern war ich zum 8. mal Blut lassen.

Für alle die noch nie Spenden waren, bevor man „angezapft“ wird muss man erst einige Stationen hinter sich bringen. Man beginnt mit dem ausfüllen eines Fragebogens. Die Üblichen Fragen, die einen als Blutspender ausscheiden lassen wie
– Drogenabhängigkeit/ Medikamenteneinnahme/ Krankheitsgefühl / Schwangerschaft /
außerdem Scheiden Personen aus, die sich Tätowierungen unterzogen haben oder bei denen Durchbohrungen der Haut zur Befestigung von Schmuck durchgeführt wurden, soweit nicht glaubhaft nachgewiesen werden kann, dass aseptische Bedingungen eingehalten wurden, für 6 Monate.

Danach wird der Eisenwert geprüft, anschließend darf man zu einer Ärztin die Blutdruck und Fieber misst und noch weitere Fragen stellen kann.
Bis hier hin war alles okay, zufälligerweise lande ich immer bei der selben Ärztin, mit der ich mich bisher immer gut verstanden habe.
Gestern fing sie an über meine gedehnten Ohren zu sprechen und steckte Spaßes halber ihren Stift durch meine Tunnel. Wir haben ein bisschen herumgealbert und uns nett unterhalten.

Danach durfte ich dann zur Blutentnahme. Die Ärztin folgte mir und klebte mir gleich darauf einen knallroten Aufkleber auf meinen Spendebeutel:

BLUT NICHT UNTERSUCHT!
NUR FÜR LABORZWECKE VERWENDEN!
BLUT EVENTUELL INFIZIERT!

Eigentlich geht es bei einer Spende sehr diskret zu. Dieser Aufkleber hat mir aber das Gefühl gegeben, als Junkie abgestempelt worden zu sein.
Ich hab mich sehr unwohl gefühlt, da die anwesenden Ärzte, Helfer und Spender diesen Aufkleber sehen konnten und ich fortan blöd angeschaut wurde.

Nach der Spende wollte ich die Ärztin ein weiteres mal aufsuchen, da ich mir ihr Handeln nicht erklären konnte. Allerdings hatte diese schon Feierabend, also muss ich auf eine Antwort bis zur nächsten Spende warten.

Hinterfragt man diese Vorgehensweise, so stellt man fest, dass hier in gewisser Weise eine Diskriminierung der Bodyart-Begeisterten erfolgt.

Dass bei den Blutspendediensten eine gewisse Ahnungslosigkeit zum Thema Tätowierungen und Piercings herrscht, wird besonders deutlich in der folgenden Aussage des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg gGmbH: "Bei einer Tätowierung müssen Sie sich 12 Monate bis zur nächsten Blutspende gedulden. Bei einem Piercing wäre ein Attest nötig mit der Bestätigung, dass mit Einmal-Material und steril gearbeitet wurde, sonst müssten Sie auch 12 Monate bis zur nächsten Blutspende warten". Diese Unterscheidung erscheint wenig nachvollziehbar.

Ich bin absolut Drogenfrei, ernähre mich vegan und habe eine äußerst seltene Blutgruppe. Ich gehe immer mit einem guten Gewissen zum Blutspenden. Ich verstehe, dass Bluttransfusionen eine heikle Sache sind. Darum werden diese ja auch vor Weitergabe gründlich untersucht. Mich (bzw. mein Blut) aber schon vor diesen Untersuchungen ohne Erklärung nur auf Grund meines Aussehens, ausscheiden zu lassen hat mich gekränkt.


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