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Profil von: jul_e
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Thema





27.09.2009 22:59:13 / ... / ... [#lang]


02.02.2009 19:53:40 / ... / ... [#lang]

... aber auch Frauen.

Mit einem weinenden, aber auch lachenden Auge hast Du Dir den Artikel ueber den netten Mann von Nebenan durchgelesen. Wieder stellt sich Dir die Frage: "Warum klingelt so einer nicht mal an meiner Tuer?"
Die Antwort ist folgende: Anhand der Kerbenstrichliste ueber Deinem Bett, den vielen hohen Handyrechnungen, verheulten Naechten an der Seite Deiner besten Freundinnen und Frustsaufgelagen stellst Du fest, dass Dein eigentlich Problem nicht der Mangel an netten Maennern ist, sondern dass sie Dich einfach nicht interessieren. Es gibt sie! Der nette Arbeitskollege im Buero gegenüber, der Dich seit 4 Jahren versucht, zum Essen einzuladen - der Jeansverkaeufer, der Dir jedesmal sagt, was fuer eine tolle Figur Du hast...

Und trotzdem ist es jedesmal dasselbe Spiel: Du interessierst Dich am Ende doch nur fuer die groeßten Arschloecher. Er sieht unglaublich gut aus, hat einen Koerper wie ein junger Halbgott, holt Dir die Sterne vom Himmel, sagt Dir, dass Du die Einzige bist... Und jeder warnt Dich vor ihm: Du wirst am Ende doch nur als Bettgeschichte und beim Psychologen enden. Dennoch ignorierst Du alle Warnungen - bei Dir wird alles anders! Schließlich bist Du geboren, um jedes noch so große Arschloch umzupolen. In Dir wird er seinen Meister finden.
Er bettelt auf Knien, dass Du mit ihm weggehst, ruft Dich 20x am Tag an, schreibt Dir die schoensten SMS, erzaehlt der ganzen Welt von Euch... Alles scheint wunderbar, stolz erzaehlst Du Deinen Freunden, dass doch nicht jeder Mann ein Arschloch ist (und wenn, Du hast es geschafft, eins umzuerziehen...). Ploetzlich das altbekannte Spiel: Er meldet sich nicht mehr. Sein Handy ist aus. Nun die Frage: Ist er verschollen? Ist er bei einer anderen Frau? Ist er tot, ausgewandert, Terrorist geworden? Die wahrscheinlichste Ereignisalternative schlaegst Du Dir ganz schnell aus dem Kopf - er wird es sich doch nicht etwa anders überlegt haben...?


Nach drei durchheulten Naechten, in denen Du kurz davor bist, eine Vermisstenanzeige zu erstatten, kommt eine SMS mit den Worten: "Ich muss mit Dir reden." Die naechste Tempopackung geht in der folgenden Nacht drauf. Stundenlang ueberlegst Du Dir, was Du ihm sagst und wie Du Dich am Besten total zum Idioten machst. Liebesschwuere, Heulkraempfe. Dann steht er vor Deiner Tuer. Unterkuehlt, ignorant - von der versprochenen Liebe, Liebe, Liebe keine Spur mehr. "Das mit uns wird nichts". Und aufeinmal hat er eigentlich auch ueberhaupt keine Zeit mehr, mit Dir zu reden, beteuert aber, dass er es sein Leben lang bereuen wird, dass Nichts aus Euch geworden ist und dass er lange darueber nachgedacht hat. Ueber sein arschiges Verhalten duldet er keinerlei Vorwuerfe. Diskussion beendet.
Da verschwindet er wieder so schnell aus Deinem Leben, wie er gekommen ist...
In den naechsten Tagen die typischen Reaktionen: Wut, Enttaeuschung, Trauer, Hass, Verzweiflung, Alkoholismus, Ignoranz... Mit der Anzahl der Arschloecher in Deinem Leben verringern sich die Zeitabstaende zwischen den einzelnen Phasen dramatisch, so dass am Ende nur immer wieder die Frage bleibt: "Wie konnte ich so bloed sein?"
Und dann kommt die Erkenntnis: "Ich hab von Maennern erstmal die Schnauze voll!" Bis da ploetzlich dieser neue Arbeitskollege auftaucht, nach dem sich alle Kolleginnen die Finger lecken - aber er fragt DICH, ob DU ihm die Stadt zeigen wuerdest. Kurze Bedenkzeit - ein Versuch ist es ja wert. Ist ja nur ein ganz normales Date. Es ist ja nicht so, dass Du Dir schon ueberlegen wuerdest, wie gut sein Nachname zu Deinem Vornamen passt und wie Eure Kinder wohl aussehen wuerden...

Ohne das Auftauchen des naechsten Arschlochs überlegst Du Dir: "Jetzt koennte ich vielleicht doch mal wieder einen netten Mann gebrauchen." Opfer sind schnell gefunden - schließlich bist Du nicht haeßlich und nicht bloed (zumindest nicht so, wie man meinen koennte...). Da kommt der junge Jura-Student im rosa Hemd mit Ralph-Lauren-Pulli und viel Geld auf dem Konto ganz gelegen. Seine Wohnung sieht zwar aus wie aus einem IKEA-Katalog und er ist Buddhist, aber irgendwie ist er ja doch ganz nett und sueß. Und vor allem kannst Du Dir sicher sein, dass er garantiert nicht ohne Dich in ein Terroristenlager gehen oder Dich fuer eine andere Frau verlassen würde.
Wenige Tage spaeter, dafuer ca. 100 SMS und 1000 Anrufe mehr: "Wo bist Du, was machst Du, mit wem, wieso, warum, weshalb, wann kommst Du wieder? Wir sehen uns zu selten!" Dann schließlich sagt er den Killer-/NoGo-Satz: "Hier ist der Schluessel für meine Wohnung."
Du musst weg hier. Schnell! Ansonsten befindest Du Dich in der gesichtslosen IKEA-Einrichtungskatalog-Matrix und wirst bis ans Ende Deiner Tage dazu verdammt sein, abends Wein zu trinken (den Du nicht magst...), langweilige Filme zu gucken und neben einem Mann einzuschlafen, den Du nicht liebst und noch dazu stinklangweilig findest... Im klaerenden Gespraech schiebst Du einfach alles ganz schnell auf Dich. Nicht beziehungsfaehig und so. "Es liegt nicht an Dir!" und Du wirst es sicher ewig bereuen, das so vorzeitig zu beenden...

Auf der Autofahrt nach Hause... Moment Mal? Habe ich diese Worte nicht schonmal gehoert...? Entsetzt stellst Du fest, dass DU diesmal das Arschloch bist. Alles, was Du verabscheut hast, hast Du selbst getan... Und - Dir geht es noch nicht mal schlecht dabei. Du bist froh, rechtzeitig geflohen zu sein. Du schuettelst Dich und sagst Dir: "Nette Maenner sind einfach nichts fuer mich..."
Du erinnerst Dich wehleidig an den Beginn dieses Dramas: An den ersten und einzigen Mann, den Du je geliebt hast. Den Du so sehr geliebt hast, dass es wehgetan hat. Den Du heute noch so sehr liebst, dass es wehtut. Auch wenn Du aus diesem bloeden Teenager-Pubertaetsakne-1.große-Liebe-Alter laengst raus bist...

Da Du aber nicht viel Auswahl hast, weil Du weißt, dass man mit einem Arschloch eben keine vernuenftige Beziehung fuehren kann, musst Du damit leben, entweder alleine zu bleiben, oder Dir doch noch irgendwann einen netten Mann zu suchen...
26.04.2008 22:00:12 / ... / ... [#lang]



fuer die heulsusen.

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