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10.06.2011 15:26:12 / ... / ... [#lang]

Man könnte auch sagen das 1 Millionen Dollar Piercing macht Queerschnittsgelähmten wieder mobil ;-) ...

imgdb[Bericht der NY Times, Photo Credit: Steven Kagan/NY Times]


Martin Mireles sagt seine Mutter war zwar nicht glücklich über das Zungenpiercing, aber der nach einer Schussverletzung im Genick queerschnittsgelähmte 37jährige ist nun der erste, dem ein Forscherteam der Northwestern University School of Medicine einen Magnetischen Zungenstecker eingesetzt hat. Mit diesem Piercing kann er nun seinen Rollstuhl selbstständig fahren.
Mit geschlossenem Mund kann er so durch Bewegung seiner Zunge vor, zurück und rechts, links navigieren. Es gibt für Queerschnittsgelähmte zwar schon verschiedene Möglichkeiten einen Rollstuhl zu lenken, z.B. durch Luft, die in eine Art Stohhalm geblasen wird. Doch Maysam Ghovanloo (Ass. Prof. Elek. und Comp. Ingeneur und Leiter des Projekts) wollte eine praktikable und ästhetisch schönere lösung finden als das der Fahrende mit dem Mund an einem Strohhalm oder Joystick "hängt". Dazu kommt, dass eine "direkte" Steuerung mit der Zunge intuitiver zu bediehnen ist als extra zu lernende Atemtechniken oder ähnliches.
Nach 5 Jahren der Entwicklung läuft nun eine klinische Studie im Rehabilitation Institute of Chicago and the Shepherd Center in Atlanta. Die Bewegung des magnetischen Zungenpiercings werden über eine Headset erfasst und in die Steuerung des Rollstuhls übertragen. So fährt der Rollstuhl z.B. vorwärts wenn die Zunge in die linke obere Seite des Mundraums bewegt wird. Die Forscher hoffen, dass es in Zukunft sogar möglich wird einzelne Kommandos auszuführen, wenn die Zungenspitze bestimmte Bewegungen ausführt wie z.B. einzelne Zähne zu berühren - möglich wären eine TV Steuerung, Telefon Bediehnung und vieles mehr, was dem Patienten das Leben erleichtern könnte.

Die Forscher wählten übrigens für diese Steuerung bewusst die Zunge, da diese in der Regel nicht gelähmt wird bei Rückradsverletzungen und im Gegensatz zu anderen Körperteilen auch nicht so leicht ermüdet! Zuerst wurde der Magnet-Ring nur auf die Zunge geklebt, aber diese Lösung war nicht stabil genug und der Ring fiel nach kurzer Zeit ab (die Gefahr des Verschluckens ist gerade bei Gelähmten Patienten enorm gefährlicher als bei beweglichen Menschen, die sich shcnell vornüber beugen oder kräftig abhusten können!). Auf die Idee mit dem Piercing kam schliesslich Dr. Anne Laumann, eine Dermatologie Professorin, die sich bereits ausgiebig mit Body Art beschäftigt hatte und von dem Problem hörte.

Auf jeden Fall eine interessante Sache und tolle Technologie - schön das nicht nur die Piercer sich Wissen und Technik aus dem Bereich der Medizin "abholen", sondern das Piercing auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden kann und Kranken hilft!

Ob es die Forscher interesiert das man beide Seiten einer gespaltene Zunge unabhängig voneinander bewegen kann ;-) ... mit den Möglichkeiten könnte man vielleicht sogar ein Flugzeug fliegen ;-)))

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