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Profil von: melanom
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Tales from the Pimped Part 2


Kategorie: tattoo > Anekdoten, Geschichten und Satire
01.07.2008 11:57:12 / ... / ... [#lang]
Hat ja nun etwas gedauert, bis ich den zweiten Teil nachschieben konnte. Zu viele andere Dinge waren wichtiger, zuviel Speicher im Kopf blockiert ;-)

Wieder einmal lass ich ein paar Anekdoten aus erster, zweiter und dritter Hand vom Stapel.

Heute sind es nur zwei an der Zahl, eine kurze, die zeigt, dass es Menschen gibt, die zwischen einer Tätowierung und einem Gescratche nicht unterscheiden können und dann noch eine Geschichte, die…wie soll ich sagen…ach, einfach lesen und genießen….

Doch fangen wir mit einem kleinem Missverständnis an :

Was ist ein Tattoostudio ? Richtig, eine Lokalität, wo man unter guten hygienischen Bedingungen professionelle Tätowierungen bekommen kann…Was ist es nicht ? Ein Krämerladen….Hehe…Noch zu D-Mark-Zeiten kommt ein Mann, um die 45J. alt, ins Studio und fragt, was es kostet, sich ein paar stellen ausfüllen zu lassen. Nun muss ich sagen, dass die wenigstens Tätowierer Lust haben, einfach in gemachten Tattoos rumzustochern. Nun hebt der Typ aber den Ärmel hoch und zeigt auf ein paar Stellen in seinen über den ganzen Arm verteilten schlechten Scratch-Tattoos. „Hier und hier….und hier noch bisschen Rot rein…“

Das Lachen nur schwer verkneifen könnend wird ihm erklärt, dass wir sowas nur total ungern machen und die Untergrenze fürs Tätowieren aufgrund von Nadeln, die man wegwirft, dem Sterilisationsvorgang, dem Arbeitsaufwand des ganzen Drumherums bei 50DM liegt….

„WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAS…seid ihr bescheuert ? „ (Die Erklärung scheint an ihm vorbeigerauscht zu sein….) „DAFÜR…? Wenn ihr eure Preise nicht ändert, werdet ihr in ein paar Wochen schon zumachen müssen…“ (Danke für den Hinweis…lol)

„Pass auf, wir haben einen Arbeitsaufwand um den eigentlichen Vorgang herum, der auch bezahlt werden muss. Da gibt nichts dran zu rütteln…jeder Arzt, jeder Handwerker, ja jedes Taxi hat eine Startgrenze, unter der sie nicht arbeiten…“

„Ihr habt sie nicht alle…..!!“ (Manchmal denkt man : Wofür redet man eigentlich mit Menschen, wenn die eh nichts hören wollen…)

Zieht sein Portomonaie aus der Tasche, legt 10DM auf die Theke und sagt mitleidig (Bestimmt auch, weil das Studio bald zumachen muß….looool) :

„Hier kommt, füllt mir bisschen Farbe ab, gebt mir ein paar Nadeln, ich mach das dann selber…ich kann das eh besser…..“

WTF ?? Die Gesichter der Tätowierer müssen Gold wert gewesen sein…Zumindestens die Nanosekunde lang, bis das schallende Gelächter kam….

„Weißte was…? Verpiss dich…..“ ;-)



Die zweite Geschichte ist großes Tennis.. (Wenns nicht eigentlich traurig wäre und ich nicht wüsste, dass ich sogar hier in der Galerie schon ein Tattoounfall von dem Tätowierer gesehen habe, um den es geht. )

Zwei Freunde von mir, beide künstlerisch mehr als begabt, wollten das Tätowieren erlernen. Heute kann man sich schon allerhand im Netz zu dem Thema aneignen, aber damals war das Netz noch nur für Computerfreaks und die Infos noch geheim wie die Hölle…lol

Also dachten die beiden sich, wir fragen einfach mal doof bei Tattoo-Studios nach, ob die uns nicht wenigstens die grundlegendsten Dinge zeigen. Da Damals noch mehr als Heute dieses Wissen wie ein heiliger Gral behandelt worden ist, kamen nur Absagen. Nur ein Tätowierer meinte direkt : „Kein Problem, kommt vorbei…“

Die beiden also hin, freuten sich ein Bein ab, dass derjenige so offenherzig war. Dort angekommen führte er sie erstmal im Studio rum, zeigt die Tattoo-Maschinen und und und.

Dann kamen die Nadeln…die lagen einfach so in einer Metallbox…nicht verpackt, nicht geschützt gegen Kontakt mit den Wänden der Box .(einmal gegen die Wand getitscht und die Nadel ist vllt noch was für Cpt. Hook, aber nicht für einen Tätowierer…lol)

Das war das erste mal, dass die Beiden dachten, hier könnte vllt etwas nicht ganz koscher sein. Der Tätowierer baut also zum zeigen eine Maschine zusammen, lässt sie beide mal anfassen, mal in der Hand halten, während sie läuft und so weiter.

„Können wir denn mal zuschauen, wenn du tätowierst ?“

„Klar, kein Problem, ich ab nen Termin um Zwei…“

Die beiden gehen noch nen Kaffee trinken und freuen sich das zweite Bein ab, weils endlich mit dem Berufswunsch vorwärts zu gehen scheint. Endlich nimmt sich ihrer einer an…

Pünktlich erscheinen die beiden wieder bei dem Tätowierer…Auf dem Tisch liegt die Maschine immer noch so, wie sie lag als sie gegangen waren. Logischerweise mit dem gleichen, mit Keimen durch die Alltagshände der beiden kontaminiertem Set-Up…

„Der wird damit doch nicht arbeiten…“ war wohl nur ein Wunschdenken….looool

Doch..tat er. Er nahm genau die Maschine, die schon durch die nicht desinfizierten Hände Fremder gegangen war. Nicht schlecht Herr Specht…

Das Motiv, was der Kunde (Ein Päarchen..sie wartete) war ein Dolch mit einer Bandarole drum, wo ihr Name verewigt werden sollte. Er fängt also an zu tätowieren ..Wenn der Laie schon sieht, dass die Linien platzen, kann man durchaus von einer „sehr soliden Arbeitsweise“ sprechen…Muahahaha…also feinfühlig scheint er nicht gewesen zu sein...;-)

Der Kunde leidet auch offensichtlich, aber die beiden filtern das erstmal alles aus und wollen wenigstens das an Wissen mitnehmen, was geht. Beiden wird aber langsam klar, dass es nicht das gelbe vom Ei ist, was hier geboten wird….

Der Tätowiervorgang nähert sich dem Teil, wo der Name in die Bandarole geschrieben wird. Sie, die gehuldigte, sitzt hinter dem Tätowierer und schaut ihm über die Schulter….

Er fängt den Namen von Hinten an…..erst ein „e“….dann ein „i“….dann ein „n“….

Sie : „Was machst du da ? „

Tätowierer : „Ich schreibe deinen Namen in das Tattoo….“

Sie : „ABER ich heiß doch JOOOOOOOOSIEEEEEEEEEE“

SCHWEIGEN im Raum…son Riesenschweigen….Gozilla-Sized-Schweigen….

Tätowierter : „Alter…mach kein Scheiß…“

Tätowierer : „Das macht überhaupt nichts…das kriege ich wieder weg…“

(Wer nun denkt, er würde vielleicht das „n“, zu einem „S“ machen, was vielleicht auch schwer geworden wäre, wenn die Linie mit 500Kilopont in den Muskel gerammt wurde und schon die breite einer 4spurigen Autobahn hat, aber es war nicht wirklich groß…., der sei nun eines Besseren belehrt…loool)

Er schickt seinen Spannmann zum Kühlschrank, wo diese eine mirakelöse Flüssigkeit holen soll….“Damit bekomm ich das locker wieder weg….“

Er füllt ein Farbhütchen mit dem Zeug, taucht seine Maschine ein…und rührt wie ein Besessener in dem Punkt vom „i“ rum….Nach ner Minute Fertig…bleibt ein dicker blutender Fleck…mit einem i-Punkt in der Mitte….loooooooool

„Na dann anders…“

Und anstatt nun die vorhanden Buchstaben zu nutzen und irgendwas mit dem „n“ zu machen…wie z.B. ein dickes „S“ drüber knallen…nimmt er die Maschine und füllt den Teil der Bandarole, der mit falschen Buchstaben kontaminiert ist, einfach schwarz aus…loool..Ist ja nicht so schlimm…war nur c.a. die Hälfte der Bandarole….looool

Danach quetscht er mit einem Kugelschreiber „Josie“ in den vorderen Teil der Bandarole, was einer gewissen Komik nicht mehr entbehren konnte…

Hier war dann aber auch der Punkt, wo die beiden gegangen sind…Nach eigenen Aussagen kamen sie sich vor wie in einem falschen Film, den man verlassen muß….;-)

Ich habe die Geschichte auf der Tattoo-Convention in Karlsruhe erzählt bekommen von einem der beiden. Wir haben Tränen gelacht…beim Zuhören, aber auch jedes mal , wenn einer von uns im Lauf der Con „Aber ich heiß doch Jooooooooosieeeeeeeeee“ gesagt hat..;-)

Thats it for today….


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von : User nicht mehr registriert ( 06.07.2008 12:40:14 )
Oh mein Gott ...
von : emilyX ( 04.07.2008 14:40:42 )
uuuuuuh. uuuuuuh. Im Gegensatz zu letztem Mal finde ich die Geschichten jetzt nur noch schaurig und nicht lustig =).

 
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