profile picture
Profil von: melanom
zuletzt online: 22.05.2012
Aufrufe: ...
Profil Nr.: 53858


Swastika, eine Sichtweise...


Kategorie: tattoo > Artikel und Essays
27.08.2008 21:41:46 / ... / ... [#lang]
Vorweg, bevor dieser Artikel beginnt, etwas grundlegendes : Ich weiß, dass das Swastika Jahrtausende alt ist. Ja, ich weiß auch, dass es eigentlich eine gute Bedeutung hat.

In vielen Kulturen kommt dieses Zeichen völlig unabhängig voneinander vor. Warum ist das so ? Ich denke es liegt darin begründet, dass es einfach ein sehr schönes kräftiges Zeichen ist, was sowohl Anleihen an die Sonne (Strahlen) hat, als auch eine Drehbewegung impliziert. Ein wunderschönes Zeichen mit vielen schönen Abwandelungen, welches die Menschen überall auf der Welt und in vielen Epochen fasziniert hat. Ich glaube, man musste es einfach erfinden, denn die Form liegt einfach nahe.

Nun aber der Teil, der mir auf der virtuellen Zunge brennt…

In vielen Kulturen ist es ein Sonnensymbol, wird als Glückszeichen getragen und wurde nur hier in Deutschland im Zeitraum des dritten Reiches (1939-1945) missbraucht. Auch die Nazis haben die Macht dieses Zeichens erkannt und wussten dies geschickt zu nutzen. Das Zeichen war allgegenwärtig. Wer sich dem menschenverachtenden Regime anschloss, trug das Hakenkreuz. Die Nationalsozialisten haben dieses Hakenkreuz benutzt, wie es später Orwell mit dem Gesicht des „Big Brother“ nicht besser hat aufarbeiten können. Ein Zeichen, was für das Böse stand. Für 6Millionen systematisch eliminierte Menschen. Für einen zum politischen Mittelpunkt gewordenen Rassenhass, der heute noch seines Gleichen sucht.

Kurzum, das Hakenkreuz steht für Vernichtung und Tod.

Klar, aus Sicht des Swastika sind die paar Jahre das ein lächerlich kleiner Zeitraum. Und zumindest vom Missbrauch her, sehr regional begrenzt.

ABER…

Nun ist es nun mal so, dass die Menschen hier gelernt haben, was mit dem Zeichen in Verbindung steht. Teilweise am eigenen Leibe, auch wenn diese Zeitzeugen langsam immer weniger werden. Aber das Zeichen hat hierzulande ein schlechtes Karma. Und der Missbrauch der Nazis ist auch erst 60Jahre her. Gemessen an der Historie des Swastika wieder sehr wenig Zeit.

Nun ist es in letzter Zeit „In“, sich mit diesem Zeichen zu schmücken. Der Gedankengang, den ich völlig nachvollziehen kann ist, dass man sich sagt „Ne, den Nazis lassen wir diesen Missbrauch nicht“. Ich kann verstehen, dass man dieses Zeichen gerne wieder benutzen würde als das, was es ursprünglich ist : Ein tolles Symbol.

Damit habe ich persönlich auch kein Problem. Wenn die Aufklärung vor dem Tragen käme. Wenn jemand sich dafür stark machen würde, hierzulande über das Zeichen zu erzählen (Manwomen [EN] ist einer von ihnen in USA), fände ich das nicht unsinnig. Man kann die Menschen zwar nicht zwingen, das Swastika wieder positiv zu sehen, aber man könnte dran arbeiten.

Leider zieht die Swastika-Gemeinde das Pferd von hinten auf. So schmückt man sich mit einem hierzulande einfach schlecht behafteten Zeichen und empört sich künstlich, wenn andere ihr erlerntes Wissen über das Zeichen anwenden. Da wird mit „Rückständigkeit“ argumentiert, mit einer unglaublichen Arroganz so getan, als wäre der Rest der Welt dümmer als man selber.

Ich bringe hier auch noch mal meinen Vergleich an, den ich gerne in der Swastika-Diskussion benutze : Wenn du mit dem Zeigefinger und dem Daumen einen Kreis bildest, bedeutet das in den meisten Ländern etwas gutes. Du drückst damit ein Lob aus, eine nette Geste. Aber es gibt Länder, da heißt das gleiche Zeichen einfach „Arschloch“. Nun kann man nicht hergehen und in einem Land, wo dieses Zeichen eben nicht das gute „Excelent“ bedeutet, sondern „Arschloch“, eben dieses Zeichen benutzen und darauf verweisen, dass es in allen anderen Ländern eben etwas tolles ist. In dem Land aber eben nicht. Da sind auch nicht die anderen „dumm“, sondern man selber.

Symbole und Zeichen machen nur dann Sinn, wenn das Gegenüber, oder der Angesprochene, dieses Zeichen im gleichen Kontext sieht. Das sind Grundregeln der Kommunikation. Und sich mit Zeichen und Symbolen schmücken ist Teil von Kommunikation. Ein Teil des Tragens dreht sich sicherlich um den Träger selber, aber der andere Teil „teilt der Umwelt mit“. Und in dem Part kann man nicht einfach Grundregeln missachten und sich dann aufregen.

Ich persönlich kann den Boom um dieses Zeichen weder ernst nehmen, denn ich spüre immer wieder auch die provozierende Haltung, die mit dem Tragen dieses Zeichens verbunden wird. Noch kann ich verstehen, warum es wichtiger ist, ein Zeichen zu reaktivieren, als auf die Gefühle der hier lebenden Menschen Rücksicht zu nehmen.

Ich würde es weder tragen, noch stechen. Würde ich woanders leben, in einem anderen kulturellen Hintergrund, wäre mir das Latte, aber hier nehme ich den Kontext, in dem das Zeichen von der Bevölkerung gesehen wird für wichtiger, als den, in dem es woanders steht.

Aber hier, in unserer Kultur, dazu gehört auch das, was uns nicht lieb ist, was wir gerne ungeschehen machen würden, bedeutet dieses Zeichen einfach viel zu viel schlimmes, als dass ich es mit einem guten Gefühl tragen könnte.


Aber es sieht toll aus…Wunderschöne Tattoos habe ich schon damit gesehen. Allein der Arm vom Malfred [EN] ist schon Bombe…Großartig. Und viele Tattoos vom Marc vom SwastikaFreakshop hauen mich echt um. Würde auch niemals jemanden das untersagen wollen, sich so was machen zu lassen. Aber man muss halt in Kauf nehmen, dass es Leute scheiße finden.


Schön hin oder her...Das Karma des Zeichens ist hier im Lande echt im Arsch…glaube nicht, dass es noch Glück bringen kann ;-)




BLOGGER STUFF:

Permanenter URL: http://www.wildcat.de/melanom,30961,SwastikaeineSichtweise
Comment Feed: http://www.wildcat.de/profile-53858-blog-30961.html/rss
In eigene Seite einbinden:

USER KOMMENTARE:

von : NamNamBulu ( 04.09.2008 19:46:55 )
Nur um mal ein wenig klugzuscheissen, ohne alle anderen Kommentare vorher gelesen zu haben:
Der einfachste Grund warum das Zeichen besonders in allen Europäischen Kulturen früher vorkam ist ganz einfach. Es ist einfach ein Zeichen was noch vor der Zeit entstanden ist als sich die Völker trennten. So zwecks Indogermanisches Tralala *lol Früher eine Masse, Zeichen und viele Sprachen entstanden, dann sich getrennt, heute Zeichen überall bekannt (so ähnlich wie die Geschichte von wegen Indisch ist dem deutschen sprachlich näher als das finnische)
Klugschiss Ende.
Meine Meinung zum Thema: Job und Interessen bedingt werde ich mit dem Zeichen in meinem Kopf nie zuerst die Geschehnisse in den 40ziger Jahren asozieren sondern es werden mir immer erst die verschiedensten Artefakte einfallen eben die dieses Zeichen darstellen. Natürlich kann ich nachvollziehen das man das Zeichen nicht wieder in den Vordergrund rücken sollte, allerdings ... nun ja ... mit unter find ich die Aufregung deshalb auch etwas übertrieben. Aber ist nur meine Meinung.
Link von wildcat-ink-at-wildcat ( 04.09.2008 12:30:02 )
Swastika - die Zweite (quasi)
Da in Melanoms Artikel ja schon über das Verbot des Hakenkreuzes und die Mitleidenschaft des Swastika (wenn man das mal so ausdifferenziert) diskutiert wurde, wurde uns das nächste Thema ja quasi frei...
von : melanom ( 04.09.2008 12:21:53 )
Da muss ich dir widersprechen. Ich hatte in den 80/90gern nen rechten Freund, der wohl von der Polizei/Gericht (?) dazu genötigt wurde, in der Öffentlichkeit lange Ärmel zu tragen, weil er Runen und Hakenkreuze auf dem Unterarm hatte und politisch aktiv war. Da wurde das Auftreten mit bloßen Armen als "politisches Agieren" ausgelegt und wurde rechtsstaatlich unterbunden/verboten. Entfernung war auch im Gespräch.
von : wildcat-ink ( 04.09.2008 12:15:37 )
Wenn es keinen ersichtlichen politischen Kontext hat dürften natürlich auch Neonazis das Zeichen als Tattoo tragen ... is doch logisch ... würd nur nichts bringen!
Im übrigen tun das viele Nazis sowieso schon - die brauchen dafür keine "Swastika Bewegung" ... wir löschen hier regelmässig Bilder wo Hakenkreuze oder andere Nazi-Symbole tätowiert sind. EIn Tattoo kann in Deutschland NIEMAND verbieten!!!! Man kann / darf sich alles tätowieren was man will ... auch wo man will ... wenn sich einer das Manson Hakenkreuz auf die Stirn tätowiert wird er deswegen in Deutschland nicht gegen seinen Willen "gelasert" oder muss laufend Ordnungsgeld oder Stafvollzug fürchten. Er könnte allerdings Auflagen bekommen das in der Öffentlichkeit zu bedecken (Pflaster, Stirnband usw.) ... obwohl mir ein solcher Fall nicht bekannt ist in D!
von : melanom ( 04.09.2008 12:15:08 )
Hehe, ja, diese Vermutung hab ich auch schon weiter unten geschrieben. Wenn man die Übernahme-Tendenzen der rechten Szene der letzten Jahre beobachtet, ist das mehr als wahrscheinlich.
von : atax ( 04.09.2008 12:00:48 )
Bald tragen es alle Neonazis, Sie sagen dann es ist doch ganz harmlos und nur ein "Glücks Symbol". Es hat nichts mit der politischen Einstellung zu tun.
von : melanom ( 04.09.2008 11:36:13 )
Zu der "gefälschten" Statistik kann ich sagen, dass ich seit lostreten der Diskussion hier viele aus meinem Umfeld und im Studio gefragt habe, ob und wie sie jemanden einschätzen würden, der ein Swastika trägt, ohne dass dieser sonst wie ein Nazi aussehen würde. Von vielen, die das Swastika NUR als Hakenkreuz kennen mal ganz abgesehen, haben die anderen fast einstimmig gesagt, dass sie erstmal nen rechten Hintergrund vermuten würden, ihnem aber zumindestens der Träger in sofern suspekt wäre, als dass er ja nen Grund haben muss, sich überhaupt mit einem Zeichen zu schmücken, was so zwiespältige Gefühle hervorruft.
von : melanom ( 04.09.2008 11:27:21 )
Nönö, ich bin auch nicht für ein Verbot des Zeichens außerhalb des politisch/faschistischen Kontext. Auch finde ich es als Muster,graphisches Element geil. Keine Frage.

Aber ich kann halt auch verstehen, dass Menschen, die es nicht in dem Glückszeichen/Sonnenrad-Zusammenhang kennen, sich davon angestoßen fühlen. Da muss man halt selber abwägen, ob es Spaß macht, es immer erklären zu müssen. Oder ob man nicht lieber was nimmt als Motiv, was einem im Naturell besser entspricht, wenn man nichtmal das Erklären freundlich hinbekommt ;-)
von : wildcat-ink ( 04.09.2008 11:21:58 )
Man darf dabei nicht vergessen, dass das Swastika auch in Deutschland vor dem 3. Reich ein Glückssymbol war!!! Es ist also nicht so das das nur in Asien verbreitet ist / war ... selbst in England, USA und anderen Teilen der Welt ... die Sache mit de Ausdrucken ist ne "gefälschte Statistik" ... klar wenn ich nen Swastika alleine stehend auf nen weisses Blatt Papier drucke, dann dürfte das in unseren Kreisen immer als Hakenkreuz identifiziert werden! Es geht um den KONTEXT ... also wenn man sich mal ein paar sehr schöne Swastika Tattoos anguckt wo das Teil einer Symmetrie, Muster oder so ist, dann wird kaum einer sagen "das ist Nazi" ... wenn man aber ein Hakenkreuz Tattoo nimmt und es zeigt wohl eher (Runen, Wikinger, Wehrmachts-Symbolik mit Hakenkreuz).
Wie gesagt das VERBOT eines einzelnen Zeichens, bringt nichts! Das zeigt ja das BGH Urteil über das durchgestrichene Hakenkreuz (www.dagegen-bleiben.de) ... da ist sogar der Kontext zum Hakenkreuz und Nazizeit ... aber ein verbot ist Blödsinn weil es eben DAGEGEN ist! Man sollte aufklären, bilden und aufarbeiten ... nicht verdrängen, verbieten und vergessen!!! Die Dummheit unser Kinder ist der Nährboden der Faschisten von morgen ;-)))
von : isabooo ( 03.09.2008 22:43:19 )
es ist auf jeden fall ein verdammt heikles thema und wenn man sich ein swastika tätowieren lässt sollte man schon ganz genau überlegen ob man damit anstoßen könnte.
eine freundin meiner oma war während des zweiten weltkrieges in birkenau und an ihr wurden einige experimente durchgeführt.
sobald sie einen schäferhund sieht gerät sie in panik, es ist völlig egal wer den hund ausführt und ob er langes oder kurzes fell hat. vielleicht hinkt der vergleich, aber ich denke schon das es in der frau schlimmste erinnerungen wecken würde wenn sie swastika sieht, egal in welcher form.
es ist ne echt schwere thematik und vielleicht würde ich mich auch anders äußern, wenn ich nicht verbunden wäre, mit menschen die die zeit von damals aktiv erlebt haben.
in 100 jahren siehts vielleicht auch wieder anders aus und man kann sich bedenkenlos mit diesem symbol schmücken.
von : oipolloi ( 03.09.2008 20:25:09 )
es scheint mir, das die negativen reaktionen auf die swastika das resultat von unwissenheit und der in keinster weise aufgearbeiteten vergangenheit sind.
nicht ohne grund hat sich in der hier bestehenden gesellschaft innerhalb gewisser kreise der geschichtsrevisionismus breit gemacht.
von : oipolloi ( 03.09.2008 20:21:48 )
Ich frage mich des öfteren, inwieweit kann differenziert werden, zwischen einem symbol, welches eindeutig dem nationalsozialismus zugeschrieben werden kann und einem, deren ausführung und bedeutung einem ganz anderen kulturkreis zugehörig ist.
Wie also kann sich ein mensch angegriffen fühlen, durch ein symbol welches in seiner ausführung eben nicht eindeutig dem zugeschrieben werden kann, was solch grausame menschenverachtenden erinnerungen und assoziationen hervorruft, die es gilt zu verarbeiten, dies natürlich aber nur in einer form, die angebracht ist?

mal konkret: wieso ist es anscheinend den meisten menschen nicht möglich zu unterscheiden?
von : atax ( 03.09.2008 14:46:00 )
Ich denke das die meißten Menschen auf dieser Welt beim Anblick einses Hakenkreutzes/Swastika immer an die Nazi Verbrechen erinnert werden. Wie Melanom schon geschrieben hat, ist es dabei auch den meißten Menschen, Opfern und deren Angehörigen egal, dass ein Swastike für wenige Menschen ein Glücks Symbol darstellt.
Dieses Symbol kann meiner Meinung nach nie wieder rein gewaschen werden!
von : Bushido80 ( 03.09.2008 12:56:08 )
Wieder mal ein sehr interessanter Beitrag!!!
von : melanom ( 03.09.2008 08:53:54 )
Ich poste hier mal einen in meinen Augen interessanten Beitrag, den derjenige selber nicht posten möchte, weil er keine Lust hat, sich hier von Seiten der Swastika-Freunde ein "Du hast keine Ahnung/Wir lachen über dich" einfangen zu müssen. (bezeichnend.....)

"in meinem erweiterten bekanntenkreis (polen und russische juden) stieß ich diese diskussion mal an und fragte sie, was das ist (die swastika druckte ich vom i-net aus), was sie davon halten würden und ob es ein unterschied machen würde ob es als tattoo von einer "glatze" oder einem "rastava" getragen würde.
eindeutige antworten kamen, harkenkreuz, dritte reich, kz, und es sei egal wer dies trägt. man sah dies als provokation und eindeutige verletzung der gefühle der überlebenden an. auf meine aufklärung (weiter ausdruck wikipedia), dass das doch eine swastika sei, kam nur (fast ausnahmslos) ein kopfschütteln, man kenne das nicht (und das obwohl die schon über eine gute bildung verfügten. nur ein paar wusste überhaupt von den swastika, aber wohl weil die in asien mal ihren urlaub verbrachten und geschockt waren als sie das zeichen auf bzw. an einer (ich hoffe ich schreib es richtig) ganescha sahen - im übrigen).
die meinung teilte sich aber nicht, einstimmig quasi, meinte man, auch, wenn dass ein glückssymbol sei (in einer anderen kultur), hier in europa überwiege die verbindung mit dem dritten reich (und dass wiederholte sich auch) egal von wem dieses zeichen getragen wird.
in diesem sinne.. schönen tach auch."
von : melanom ( 02.09.2008 22:00:02 )
Also ich kann dir nicht ganz beipflichten Stephan. Auch wenn wir als diejenigen, die mit der Materie "Swastika" vertraut sind, den Unterschied sehr wohl kennen, und auch bei gleichen Zeichen anhand des Trägers, ausmachen können, was ein Hakenkreuz und was ein Swastika ist, so kann das beileibe nicht jeder. Das sieht man auch hier sehr oft. Und so kann man auch mit Sicherheit sagen, denn Menschen sind doch irgendwie alle gleich, dass auch in Israel nicht jeder ein Swastika von einem Nazizeichen unterscheiden kann. Und selbst wenn mand das kann, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Nazis im Kielwasser des "Swastika-Revivals" schwimmen werden und sich mit ungefährlichen Swastikas schmücken werden. So wie sie sich mit Freude heute äußerlich als Autonome kleiden, werden sie, da bin ich mir sicher, auch die neu auflebendende Lücke nutzen und fröhlich mitmachen.

Was dann ? Was willste dann noch mit der Unterscheidung ?

Unterscheiden kann man halt nur, wenn es eine klare Grenze gibt, die man weitergeben kann. Aber das zwar bei Hakenkreuz/Swastika noch möglich, aber es wird unmöglich, wenn die "böse" Seite drauf anspringt.

Und selbst wenn der kundige unterscheiden kann/könnte, so ist der "Laie" einfach der Doofe. Vor allem, wenn er sich dann noch beleidigen lassen muss, weil "Swastika-kundige" neunmalklug deren Fehlinterpretation als "Unwissen" definieren. Wieder passiert in der Tat-Gal, wo die Annahme einer Userin, dass es ein Hakenkreuz sei, herablassend kommentiert wurde. Da müssen einige Swastika-Freunde noch viel über "Aufklärung" lernen. Aufklären ist nicht, den anderen anmachen, weil er nicht das gleiche Wissen hat, wie man selber.

Zumal die Userin einfach das Wissen benutzt hat, was hier im Land über das Zeichen gelehrt wird, WEIL ES HIER SO BENUTZT WURDE !!

Bin ehrlich, diese Arroganz regt mich auf. Vor allem wenn das Zeichen wieder benutzt wird, wie es eigentlich nicht gemeint ist. Denn auch das Zeichen aus Provokation benutzen, ist in meinen Augen Missbrauch.

Wei dem auch sei, für mich gibt es zwei Seiten an dieser New-Swastika-Bewegung. Die eine Seite empfindet etwas bei dem Zeichen, kann dessen Schönheit erkennen und versucht nun, dieses Zeichen wieder reinzuwaschen. Was ich verstehen kann, auch wenn ich denke, dass weder der Ort, noch die Zeit richtig sind. Aber das ist eine Sache, wo man nicht "richtig" oder "falsch" sagen kann. Das ist ne Ansichtssache.

Die andere Seite der Swastika-Bewegung ist die, die das Zeichen nur benutzen, eben weil es unstritten ist. Das kann ich nicht nachvollziehen, bzw kann ich da überhaupt kein Respekt vor haben, weil dort das Zeichen auch nur zu einem Werkzeug degradiert wird.

Das Swastika ist heikel, wird es hier im Land auch noch lange bleiben. Und wenn man das ändern will, so muss man versuchen die Menschen zu überzeugen. Aber so, wie das hier teilweise aussieht, sticht man sich lieber dieses dubiose Zeichen und macht dann die Leute an, die damit den erlernten (und damit hier gültigen) Kontext verbinden....Ob das im Sinne des Zeichens ist ?
von : wildcat-ink ( 01.09.2008 19:51:05 )
@holli1 ... wie gesagt es kommt auf den Kontext an ... die Bundeswehr in Afganistan und vor der Libanesischen Küste ist kein Problem ... aber ne "Friedens-Mission" auf israelischem Boden eher weniger denkbar ... würde man unterstellen, das Zeichen an sich "böse" sind, dann wären die so gern tätowierten Sterne (Soviet, RAF ...) auch böse ... es kommt eben auf den Kontext an ... das Verbot des Hakenkreuzes an sich z.B. hat es auch zu einem der beliebtesten Wandschmiererein gemacht weil jedes Kind genau weiss "malste das, dann ist die Aufregung gross" ... wie gesagt, man sollte lieber die Engländer so Jugendlager bombadieren lassen als nun irgendwelchen "Hippies" auf biegen und brechen ihr Swastika zu verbieten ;-) ... klar, Nazis sind arme, weil dumme Schweine, aber derlei Gesinnungen wird es immer geben und hat es immer gegeben und durch das verbieten von Zeichen geht das nicht weg ;-) da hilft nur Bildung + Perspektive weil egal ob man nun extrem links oder extrem rechts abbiegt, man landet immer in einer Sackgasse!
von : holli1 ( 01.09.2008 15:42:08 )
Ergänzung, googelte noch einmal und fand einen ähnlichen Artikel im Spiegel (online) hierzu der Link:
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,571885,00.html
In der Fotostrecke findet man das selbe Foto.
von : holli1 ( 01.09.2008 15:38:45 )
Zu der ganzen Diskussion empfehle ich das Lesen des neuen Sterns (Ausgabe vom 28.08.2008). Dort beschäftigt sich ein Artikel mit dem Erstarken der NPD und deren Jugendorganisation HDJ. Dabei zeigt man auch ein Bild von einem Jugendlager der HDJ. Diese Jugendlichen malten auf Geschirrtücher ein paar Zeichen... unter anderem auch eine Swastika (kein fettes schwarzes Kreuz sondern tatsächlich eine "runde" Swastika).
von : User nicht mehr registriert ( 01.09.2008 01:10:15 )
@wildcat-ink:Danke endlich mal jemand der Plan hat!!!wurd auch mal Zeit!!!
von : wildcat-ink ( 31.08.2008 22:47:29 )
@Rabe3 : grundsätzlich hast du recht ... aaaaber ... die Argumentation hinkt ... und zwar an genau dem Punkt das ein Swastika kein Hakenkreuz ist! Genau so wenig wie ein Bundeswehr Soldat (oder von mir aus auch die KSK Truppe) keine SS ist ... ich denke nicht das ein jüdischer Mensch sich eingeschränkt fühlt wenn ein mit swastikas verziehrter dreadlock tragender typ an ihm vorbei schlurft ;-)) ... die argumentation wird an dem punkt zu theoretisch ... klar ... wenn man ne synagoge oder nen friedhof besucht dann mag es mit der einschränkung der freiheit wahr sein und man würde ein solches tattoo vielleicht eher mal unter der kleidung verstecken ... aber im normalen alltag ist das denke ich kein thema ... ich mein wir reden ja nicht vom rechtwinkligen fetten schwarzen kreuz in weissem kreis auf rotem grund ... sondern eher von den klassischen Swastikas, die geschwungen sind und eher in ihrer gemoetrie aufgegeriffen und eingearbeitet sind ... naja ... es bleibt schwierig!
von : tattoofreak ( 31.08.2008 14:55:52 )
@Rabe3: Du hast grundsätzlich recht, dennoch sollte man niemals vergessen das auch das Kreuz in der Kirche vor Blut trieft ... Menschen sind Menschen, wenn im Namen einer Religionen millionenfacher Mord erfolgt, kann und sollte dies nicht vergessen werden, auch wenn die Zeiträume in denen dies geschehen ist groß sind. Den Holocaust will ich damit natürlich nicht verharmlosen, der ist tatsächlich einzigartig.
von : Rabe3 ( 31.08.2008 03:42:48 )
@tattofreak: falls "Historikerstreit" kein Begriff ist: google erklärt DIr, weshalb quantität nicht gleich qualität ist. Und deshalb der Holocuast einzigartig.

Ansonsten: trotz aller Toleranz gegenüber Menschen, die vorgeblich nur hre eigene Identität ausdrücken wollen, bin ich doch dem wahnsinnig einfachen lehrspruch meiner Mutter verhaftet: Deine Freiheit endet, wo sie die Freiheit der anderen einschränkt. Und kackegal, wie positiv einer sein "Swastika" versteht - jeder Ju8de wird und muss es als die Einschränkung seiner ultimativ grundlegenden Freiheit verstehen, nämlich der Freiheit zu leben. Und damit disqualifiziert sich für mein Verständlin jeder Träger und Künstler eines Swastikas - wennauch ich oft genug die Kunstfertigkeit anerkennen kann.
von : tattoofreak ( 30.08.2008 05:01:22 )
Die Zeit wird es regeln... Bei den sog. "Kreuzzügen" unserer guten Kirche wurden auch Juden systematisch abgeschlachtet, die Gesamtzahl der abgeschlachteten Menschen ist umstritten, einige Historiker gehen aber davon aus, dass es etwa genauso viel Opfer gab wie im gesamten II. Weltkrieg. Niemand würde heute auf die Idee kommen unser "Kreuz" zu verbieten, egal wie viele Menschen "Im Namen des Kreuzes" abgeschlachtet wurden ...
von : mainzel ( 29.08.2008 02:10:16 )
@core - danke.

btw - wo bleibt die antwort, rockerpuller...
von : deathcore ( 28.08.2008 23:08:09 )
Ich finde besonders gut dass sich hier Menschen kommentatorisch (ein spitzen Wort...) durchweg erwachsen und denkend äussern, kein neu angezetteltes Geschwafel von intoleranten Spiessern und "Was kann ich dafür was meine Vorfahren gemacht haben"-Scheisse, wie ich es häufiger bei diesem Thema erlebt habe. Als Nichttättowierter müsste ich nach deren Maßstäben eh die Klappe halten, aber ich finde nichts schlimmer als mangelnde Sensibilität anderen (Opfern, Angehörigen) gegenüber zugunsten des eigenen Tattoo-, und leider auch nicht all zu selten Provokationswunsches. Denn das ist Egoismus - und den find ich voll Moppelkotze!
von : extremehard ( 28.08.2008 22:12:26 )
Danke Ralf, das entspricht genau meiner Einstellung.
Die Zeit für Swastika in Deutschland ist noch nicht reif,
vielleicht sind unsere Urenkel zeitlich weit genug entfernt?
von : TsunamiBomber ( 28.08.2008 18:11:18 )
word! sehr schön geschrieben. danke!
von : User nicht mehr registriert ( 28.08.2008 17:44:21 )
Hi hängt halt auch ab, WIE man es macht. Malfred ist einfach sooooo weit vom Nazi Symbol entfernt (nur ein ganz bestimmtes Swastika in ganz bestimmter Form wurde missbraucht)....
von : User nicht mehr registriert ( 28.08.2008 16:13:03 )
Seh ich ebenso.
von : birsch ( 28.08.2008 11:36:39 )
viele, die sich swastikas inken lassen, scheinen mir primär auf provokation aus zu sein. das "glück" im symbol scheint eher hinten anzustehen.
witzig, als ich indien war, war das swastik allgegenwärtig. hätte ich dort ein derartiges tattoo, wäre ich "eine von ihnen" gewesen.
allerdings trage ich eine tätowierte echse, einen gecko, hinten an der wade. das ist in indien eher symbol von tod und gift und gefahr und kommt dort weniger gut. also haben wir die fakten einfach mal umgedreht...
von : bokla ( 28.08.2008 10:20:45 )
*mitunterschreib*
von : User nicht mehr registriert ( 28.08.2008 10:04:21 )
ich seh lieber tätowierte swastikas auf nicht-rechten menschen als nicht -tätowierte(aber auch tätowierte), rechte menschen ;)
ansonsten muss ich dir recht geben.aufklärungsarbeit wäre wohl um einiges sinnvoller als den otto normal-bürger direkt ins kalte wasser zu werfen.
von : User nicht mehr registriert ( 28.08.2008 10:01:01 )
klasse geschrieben, vielen Dank, keine weiteren Erläuterung nötig :-)
von : beatjunkie ( 28.08.2008 09:38:28 )
sehr fein und differenziert geschrieben. Dem ist von mir nichts mehr hinzuzufügen
von : XFlederX ( 28.08.2008 09:32:14 )
word.
da kann man nichts mehr hinzufügen.
von : SexyPunk ( 28.08.2008 09:04:32 )
Danke, danke, danke für diesen Artikel!
von : mainzel ( 28.08.2008 01:11:57 )
das hat der alte mann wieder mal treffend....
von : melanom ( 28.08.2008 00:37:51 )
Um Gottes Willen, an "Nazi" denke ich da auch nicht. Aber "wir" haben auch mit der Materie zu tun und wissen um der Wiederbelebung als ModernPrimitives-Zeichen. Es geht mir auch nicht um das Zeichen, sondern darum, dass es eben genau aus der Ecke der Wiedereinführer immer als Blödheit abgetan wird, wenn nicht so involvierte Menschen Anstoß nehmen. Zumal mir scheint, dass das Zeichen wirklich der "Böse Onkel" unter den Tattoos zu sein scheint. Der Reiz liegt meiner Meinung eben auch darin, dass es eben nicht total clean ist. ;-)
von : wildcat-ink ( 28.08.2008 00:03:10 )
Ich kann nur sagen "man gewöhnt sich an alles" ... ich fand früher auch irgendwie "komisch" und nich gut ... aber nachdem man früher vornehmlich im Ausland und mittlerweile auch oft in DE immer mehr Swastika Tattoos sieht gewöhnt man sich dran und man beginnt nicht mehr gleich an "Nazi" zu denken sondern lernt tatsächlich zu differenzieren ... ich würd mir keins stechen lassen weil mir gibt und bedeutet das Zeichen nichts (eher negatives) ... aber ich kann damit leben und finds toll wenn andere darin / damit ihren Frieden finden!
von : isabooo ( 27.08.2008 23:42:32 )
ich stimme dir da absolut zu. es gibt sicher ein paar leute hierzulande die es sich nur tätowieren lassen um zu provozieren, ohne weiteres damit zu verbinden.
mit meinem familiären hintergrund wäre ein solches zeichen an mir undenkbar, meine urgroßvater kam in auschwitz als pole um. da ist es egal wie alt die swastika sind, es wäre schlicht und einfach undenkbar.

für einige leute, die sich ernsthaft damit beschäftigen, empfinde ich es als völlig legitim und die arbeiten vom swastika freakshop mag ich persönlich auch sehr gerne.
von : maddox ( 27.08.2008 22:49:43 )
passt, schön geschrieben ;)
von : PlasticLittel ( 27.08.2008 22:33:37 )
Ich unterschreibe Deine Worte... wie Du sicherlich gesehen hast, habe ich das linke und rechte Sonnenrad selbst in einem meiner Kunstwerke verarbeitet... hier in meiner Galerie offen zu sehen, und "zum Glück" nicht verboten oder zensiert. Eine der Hauptintentionen der Swastika ist in allen Kulturen "die Ausdehnung"... die Ausdehnung des Lebens und des Geistes. In diesem Kontext habe ich dieses Symbol verwendet... einmal linksgedreht, einmal rechtsgedreht. Als ich dies tat, im Rahmen meines Kunstwerks, war ich mir des Bösen bewusst, welches unter diesem Zeichen getan wurde. Ich denke, dass die meisten Menschen die sich dieses Zeichen stechen lassen von der "guten Wirkung" überzeugt sind... Aber wir leben nunmal in Deutschland! - Ich kann und werde mich der Kritik ebenfalls stellen, wenn sie auf mich zurückschlägt. Aber ich habe nie mit diesem Symbol koketiert... noch werde ich es "persönlich" nutzen!
von : angelofsilence ( 27.08.2008 22:28:39 )
vielen dank für einen weiteren tollen artikel!!!
von : holli1 ( 27.08.2008 22:22:11 )
Genau das wollte ich mit meinem Vergleich in dem anderen Blog ausdrücken. Ein Symbol ist und bleibt ein Symbol, ob es ursprünglich eine andere Bedeutung besaß, spielt keine Rolle. Es zählt, was man momentan damit verbindet, nämlich Terror, Diktatur, Rassenwahn und die Ermordung Unschuldiger. Ich würde jedem empfehlen, der Swastikas nun "glorifiziert", einen Abstecher nach Israel zu machen und einfach mal auf die Reaktionen der Anwesenden Juden warten, und denen dann erklären (bitte schön in Deutsch), dass das ein Glücksymbol sei.
Ich glaub jedwede Diskussion bleibt demjenigen dann erspart.
von : User nicht mehr registriert ( 27.08.2008 22:19:13 )
WORD - kein weiterer Kommentar.
von : User nicht mehr registriert ( 27.08.2008 22:01:20 )
ich gugg da aus nem ähnlichen winkel...

wie immer geil geschrieben !
den satz :"Noch kann ich verstehen, warum es wichtiger ist, ein Zeichen zu reaktivieren, als auf die Gefühle der hier lebenden Menschen Rücksicht zu nehmen." unterschreib ich , *unterschreibt*
von : Kahless ( 27.08.2008 21:55:44 )
Danke dafür!

 
- ZURÜCK -