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Den Augapfel tätowieren. Na dass ich das noch erleben darf. lol
Ne, mal im Ernst. Dieses Thema ist in den Medien total breitgetreten worden, als der „neuste Trend“ (der eh schon bekloppten Tätowierten), da dachte ich mir, ich schreib mal meine Sicht der Dinge. Wer hats (als erstes) gemacht ? Die, die sich als erstes für dieses Experiment entschlossen haben, waren keine ahnungslosen Deppen, die für einen Klecks Farbe ihr Augenlicht riskiert haben, ohne dieses Risiko abschätzen zu können. (auch wenn es in den Medien von Ärzten so hingestellt wird). Es waren BodyMod-Fans und BodyMod-Profis, die in Rücksprache mit Augenärzten die Möglichkeiten ausgelotet haben. Ich will die Möglichkeit von Komplikationen nicht runterspielen, aber man war sich schon darüber bewusst, dass es Risiken dabei gibt. Gefährlich wird es meiner Meinung dadurch, dass es sowohl in den öffentlichen Medien publik gemacht, als auch in der BodyMod-Szene gehyped wurde. Was wurde gemacht ? Es wurden Tattoo-Pigmente ins Augenweiß eingebracht. Zum einen mittels Tattoo-Maschine, zum anderen mit einer Injektion durch eine Hohlnadel (Kanüle). Wobei die Tattoo-Maschine mit ihrer einstellbaren Tiefe mir da vom Gefühl her sicherer erscheint, denn die Farbe darf nicht in den Glaskörper des Auges geraten, was passiert, wenn man zu tief käme. Dabei wurde erstmal nur klecksweise ausprobiert, wie sich die Farbe im Auge verhält, nicht die ganze sichtbare weiße Fläche eingefärbt. Auch erstmal nur an einem Auge, man weiß ja nie. Lol Wo liegen die Risiken ? Die Risiken sind genau so gelagert, wie bei allen anderen Tätowierungen auch. Es besteht eine Infektionsgefahr durch den Eingriff als solches und eine Allergie-Gefahr durch die Farbe selber. Mit einem riesigen Unterschied : mögliche Komplikationen bedeuten am empfindlichen Auge einfach immer, dass das Augenlicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Ob nun ein Auge eher dazu neigt, sich zu infizieren, oder eher allergisch (Schleimhaut) reagiert, kann ich nicht mit Sicherheit bejahen oder verneinen. Aber empfindlich ist das Auge allemal. Über langfristige Komplikationen ist natürlich noch nichts bekannt. Keiner kann sage, ob das Pigment an der Stelle bleibt, ob es nicht verkapseln kann. Was ist, wenn eine Kreuzallergie auftritt ? Wie hat es funktioniert ? Den Erfahrungsberichten zufolge eigentlich sehr gut. Fremdkörpergefühl im Auge sei möglich. Aber, das kennen Kontaktlinsenträger, man gewöhnt sich an alles. Komplikationen im oben genannten Sinne gab es nicht. So…und nun ? Gibt es nun Augapfel-Tattoos als Mainstream ? Gibt es Tätowierer, die das für Kunden anbieten ? Ich denke nicht, dass es in Serie gehen wird. Es wird weiterhin Profis geben, die das Leuten mit Erfahrung aus dem eigenen Umfeld (mal) machen werden, aber mehr auch nicht. Das hoffe ich zumindest, denn auch wenn ich es absolut verstehen kann, dass man das mal ausprobieren musste, so glaube ich nicht, dass irgendeine Mainstream-BodyMod es wert wäre, den Verlust einer Körperfunktion zu riskieren. Und ich denke (hoffe), dass auch kein Tätowierer/Bodymodder dieses Risiko für seinen Customer in Kauf nehmen sollte. Es wird eine Hardcore-Bodymod für Grenzsucher bleiben. In diesem Falle finde ich das auch völlig ok. Es wird immer Modder geben, die die Grenzen neu austesten, die zeigen was rein theoretisch möglich ist. Das heißt aber nicht, dass alles was für den harten Kern möglich ist, auch vom Volk nachgemacht werden muss. Muss ja auch nicht jeder nen BaseJump vom Eifelturm machen, auch wenn das möglich ist ;-) Folgende Aspekte erscheinen mir noch wichtig : Medienpräsenz. Das ist so eine Sache mit den Medien. In der BodyMod-Szene selber hat eine für mich sehr begrüßenswerte Selbstreflektion begonnen, wo man sich selber fragt, ob entsprechende Plattformen wie BME nicht auch einen negativen Effekt haben. Nämlich zum einen die Gefahr der Verharmlosung von Eingriffen und der damit einhergehenden „Ich probier das mal am Kunden aus“-Mentalität einiger BodyModder. Ich erinner in dem Zusammenhang an das im Augenlied platzierten MD bei einer 17jährigen Kundin, was im Modblog publiziert wurde. Da wird einfach am Endverbraucher „ausprobiert“ was so geht. Bitter….schön, dass aus eben diesem Fall eine große Diskussion innerhalb der BME-Clique entstanden ist. Denn das ist nicht ok und man muss sich halt auch die Frage gefallen lassen, ob das öffentlich machen von extremen Versuchen nicht auch eine Verantwortung für Nachahmer mit sich bringt. Die zweite Gefahr, die ich mittlerweile sehe, ist der „Höher-Schneller-Weiter-Effekt“. Da wird Online-Ruhm eingeheimst, wenn man etwas macht, was die anderen erschaudern lässt. Jeder will die 15Minuten Ruhm. Du hast dir die Augen tätowiert ? Dann such ich mir was extremes…..Aber diese Gefahr ist nicht eindämmbar, darüber bin ich mir im Klaren, aber solche Seiten sollten dann aber auch „erziehend“ auf die Szene einwirken. Denke ich persönlich…. Die Medienpräsenz in den öffentlichen Medien begründet sich auf reiner Sensationsgier. Da wird immer wieder was neues ausgegraben, damit der Bürger was hat, wo er mit dem Finger drauf zeigen kann um zu sagen „Wie kann man nur?“ Sinn macht es nicht, denn immer gibt es einen Boom, wenn etwas in den Medien als „schlimm“ dargestellt wird. So steigen z.B. die Anfragen nach Mitgliedschaften, wenn berüchtigte Bikerclubs wieder ins Rampenlicht gezogen werden. So gab es einen Anstieg an S-Bahn-Surfern, nach jeden Bericht über sie in den Medien. Ich will gar nicht wissen, wie groß der Anstieg im Verkauf war, als die Modedroge „Spice“ in den Medien verdammt wurde. In sofern dürften die Medienberichte über die „Idioten“, die sich die Augen tätowieren lassen das Interesse nur angefacht haben. Zum Erscheinungsbild mit tätowiertem Augenweiß : Huh…sieht echt abgefahren aus, ist aber auch bestimmt extrem befremdlich für viele Mitmenschen. Hier bin ich für mich wieder bei dem Problem, was auch schon mit dem Skullboy habe : Kann ich meinen Mitmenschen alles zumuten ? Müssen die meinen Wunsch nach „anders sein“ damit bezahlen, dass sie sich erschrecken ? Aber wo ist da dann die Grenze ? Erschrecke ich nicht auch schön die eine oder andere Oma, wenn ich zugehackt im Supermarkt rumlaufe ? ;-) Schwierig da eine Grenze zu ziehen. Abschließend sei gesagt, dass ich das ganze irgendwann noch mal als Artikel poste. Dann aber mit Recherchen und Erfahrungsberichten. Das hier ist nur ein Appetizer, den ich Unterwegs ohne Zugriff aufs Netz geschrieben habe. Da ganze ist aber tief genug, um noch mal in aller Ausführlichkeit aufgegriffen zu werden. |

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