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Profil von: melanom
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24.07.2008 12:38:30 / ... / ... [#lang]

War es das ? Waren wir, die nach den Seefahrern, Bikern und KernSubkulturen die ersten waren mit Tattoos, nicht auch die ersten, die sich über mangelnde Akzeptanz mokiert haben ?

Ich gehöre wohl noch zur Randgruppe „Asozial“, die mit den Tattoos auch schocken wollten. Klar, Interesse an der Materie Tattoo war auch einer der Auslöser für den neuen Faible, aber auch das Nacheifern von Subkultur-Vorbildern. Meine Idole waren tätowiert, ich wollte auch mich dem zuordnen, was nicht mit dem Strom schwamm. Nicht so wie alle anderen sein.

Und heute ? Ist es heute nicht fast schon die Ausnahme, überhaupt nicht tätowiert zu sein ? Ich muss eingestehen, dass meine Sicht da sehr gefiltert ist. Ich habe fast nur mit Menschen zu tun, die entweder tätowiert sind, oder zumindest selber von Tätowierten umgeben sind. Aber trotz allem ist es heute, war in dem Boom Ende der 90ger noch mehr, „In“ tätowiert zu sein. Es gibt auch ganze Gruppen, oft alters- oder gesellschaftsschichtgestaffelt, die überhaupt nichts mit Tätowieren anfangen können. Aber auch da bestätigt die Ausnahme die Regel. Oft tritt die Ausnahme in dem jeweiligen Bekanntenkreis regelrecht eine Lawine los. Ist erstmal einer tätowiert, folgen oft andere bzw. ändert sich dann in diesem Kreis die Sicht der Dinge. „Ach, mein bester Freund/Cousin/etc. ist auch tätowiert“….

Lange habe ich das für lästig befunden. Logisch, denn sie haben mich meiner Möglichkeit zu schocken beraubt. Wie soll ich mich noch ausgrenzen, wenn alle „mein Spiel“ spielen ? ;-)

Aber je mehr ich mich damit abfinde, dass sich Zeiten und Menschen ändern, desto objektiver kann ich die Entwicklung betrachten. Im Berufsleben des „Normalen“ hat sich auch einiges geändert. Klar, in der Bank, in Sevice-Berufen, ist eine offensichtliche Tätowierung immer noch nicht gerne gesehen, aber das wiederum ist verständlich, denn jeglicher Kunde, der Anstoß nimmt, ist aus Sicht eines Betriebes einer zuviel. Es gibt Berufe, da ist Neutralität das oberste Gebot. Bei der Berufskleidung schreit schließlich auch keiner „Ich werde unterdrückt!“, nur weil er sein Punkrock-Shirt nicht als Oberkellner/Bankangestellte/etc. tragen darf. Da ist es nur eine logische Schlussfolgerung, dass auch Tattoos diese Neutralität stören. Hier muss auch der Tätowierte mal Toleranz zeigen.

Aber zurück zum Kern des Pudels des Problems ;-)

Trotz der Einschränkungen im Berufsleben wage ich zu behaupten, dass es eine steigende Akzeptanz gibt. Tattoos gehören zum Alltagsbild. Mal ein kritischer Blick im Supermarkt, mal vllt auch mal herablassende Reaktionen. Aber HEY…das war früher viel viel schlimmer. Heute können echt alle froh sein, dass es so ist wie es ist.

Und das überwiegt für mich die schlechten Seiten der Entwicklung. Wo die für mich liegen ? Zum einen der oben genannte Raub meiner Auflehnungsmöglichkeiten (lol…will ich mich heute überhaupt noch „ausgrenzen“ ? ja, son bissel schon, aber das geht auch anders), zum anderen ist innerhalb dieser Szene, die man gar nicht mehr so bezeichnen kann, die Gesellschaft mit ihren schlechten Eigenschaften eingezogen. Früher gab es kaum Intoleranz innerhalb der Gemoddeten. Da wurde sich gemocht, weil man in dem anderen Tätowierten, auch wenn er viel extremer/weniger extrem tätowiert war, eben einen Gleichgesinnten gesehen hat. Heute ist das anders. Zusammenhalt ist vorbei, da wird hemmungslos über den anderen hergezogen, ausgegrenzt und diffamiert, nur weil man den anders modifizierten nicht versteht/verstehen will.

Aber das ist für mich der einzige Nachteil. Dafür bekommen haben wir durch die Vergrößerung der „Szene“ mehrere monatliche Magazine, eine florierende Industrie, verbesserte Bedingungen in Studios, Präsenz in den Medien zur besten Sendezeit, Künstler einen Rockstar-Status, viel mehr gute Künstler und einem damit einhergehenden Riesenschritt nach Vorne, Akzeptanz im Alltag, Anerkennung in Kunstkreisen, Sicherheit in der Farbherstellung und viel beständigere Farben, und und und….

Für das, was uns die Masse damit gebracht hat, kann ich vergessen, dass es nun auch innerhalb der „Szene“ ganz kleine Tellerränder gibt, die denken sie hätten die Weisheit mit Löffeln gegessen.

Vor allem weil ich weiß, dass WIR die Straße asphaltiert haben, auf denen der Mainstream heute dahinrast…..


Genug der schlauen Worte, der literarische Tattoo-Blog macht eine Woche Pause, das bösartige Melanom entspannt sich 7Tage mit seinen Kindern bei den freundlichen Nachbarn, wo die Frauen Holzschuhe tragen. Währendessen schreibt es einen Artikel über die Beweggründe beim Tätowieren und hofft, dass die Admins den dafür verfassten anonymen Fragebogen für die User programmiert haben ;-)

Eigentlich war geplant, erst den Fragebogen loszutreten, um darauf den Artikel aufzubauen, aber vielleicht schreibt ich erst den Artikel und lässt dann noch mal eine Auswertung der Beweggründe innerhalb der Community folgen…alles kann, nichts muss…und ich weiß noch nicht, wie weit ich im Urlaub komme ;-)

Aber ich glaube, es wird euch gefallen…

See U in Sieben Days

21.07.2008 12:40:49 / ... / ... [#lang]

Das Tattoo-Farben schon länger im Fokus der Öffentlichkeit sind, haben die meisten sicherlich schon bemerkt. Ich sage nur „Autolack“, aber dazu später mehr.

Im letzen Jahr sind die Hersteller von Tätowierfarben darüber informiert worden, dass eine Grundlegende Änderung in der Handhabung mit dem mirakulösem Medium Tätowierfarben erfolgen soll. Unterlagen bis dahin diese noch der Bedarfsgegenständeverordnung, wird es ab Sommer 2008 endlich eine gesonderte Verordnung geben.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass das ganze schon zu lange einfach der Szene selber überlassen wurde, sich um Inhaltstoffe und Regelungen zu kümmern. Frei nach dem Motto „Wer sich tätowieren lässt hat an Komplikationen selber Schuld.“ haben die sonst so regelwütigen Behörden sich einfach nicht damit befassen wollen. Die funktionierende Eigenverantwortung der Farbhersteller war zwar grundsätzlich vorhanden, aber dennoch sind doch auch Farben auf dem Markt gewesen, die nicht ohne weiteres als ungefährlich bezeichnet werden konnten. Auch wurde jahrelang nicht wirklich über Verfallsdaten oder überprüfbare Herstellungsverfahren nachgedacht.

Das alles hat sich in den letzten Jahren zwar geändert, aber mit dem Boom kamen sowohl ein gestiegenes Interesse in der Öffentlichkeit, als auch ein Anstieg der allergischen Reaktionen. Letzteres ist einfach eine rechnerische Sache : Erhöht sich die Zahl der Anwendungen eines Mittels, erhöht sich auch zwangsweise die Zahl der Komplikationen.

Mit dem steigenden öffentlichen Interesse, haben sich die Medien und mehr oder weniger objektiv testende Institute dem Thema angenommen.

Warum stelle ich die Objektivität in der öffentlichen Diskussion hier in Frage ?

Das ist ganz einfach erklärt. Die mangelnde Objektivität ist ein Produkt aus selektivem Testen und gewollt reißerischer Interpretation durch die Medien. So wurden in den ersten Tests, die eigentlich als Querschnitt dargestellt wurden, nur bestimmte Quellen getestet. Wenn man die seriösen Farbhersteller ausklammert, ist natürlich auch der am Ende relevante Gesamteindruck der Tattoo-Farben-Industrie verfälscht.

Dazu kam dann das willentliche Verdrehen von Sachverhalten durch die Presse. Wenn ein Pigment sowohl im Lackbereich als auch bei Tattoofarben beigemischt wird, heißt das noch lange nicht, dass es sich bei der TattooFarbe um Autolack handelt. In Kuchen und in Crack ist Backpulver..ist dann auch Kuchen gleich Crack ? Eben…Nur weil ein Pigment auch in Lackfarbe vorkommt, heißt das noch lange nicht, dass es nicht gesundheitlich unbedenklich sein kann. Hier wurde dann von der Presse verdreht, was verdreht werden musste, damit die Schlagzeile den Verkauf der Zeitung steigert. Da wird mit den gängigen Assoziationen gespielt, die der Leser hat, wenn er an Autolack denkt (Lösungsmittelgestank/giftig/Chemie), um der Tattoofarbe einen Stempel aufzudrücken. Armseelige Verkaufstaktik, aber nicht verwunderlich im heutigen MedienZeitalter. So geisterte lange, teilweise heute noch, das „Autolack-Gespenst“ durch die Studios.

Letztendlich hat dieses Fehlverhalten der Medien aber einen Prozess in Gang gesetzt, den man prinzipiell nicht als falsch ansehen sollte. Die Schreckensmeldungen haben die eigentlich zuständigen Stellen alarmiert. Mit dem nun entstandenen Interesses der Gesundheits-Instanzen sind ganz neue Aspekt von TattooFarben auf den Tisch gekommen, über die sich die Tattoo-Szene selber noch nicht so viele Gedanken gemacht hatte.

So ist nicht nur relevant, ob eine Farbe als solche verträglich ist, sondern auch, ob die Mischfarben und auch die im Zerfallsprozess einer Farbe entstehenden Spaltprodukte nicht zu Problemen führen könnten. TattooFarben werden dem Sonnenlicht ausgesetzt und zerfallen über Jahre. Je nach Farbton mehr oder weniger. Dieses Zerfallsprodukt muss nicht unweigerlich dieselben Eigenschaften aufweisen, wie die ursprüngliche Farbe.

Auch mit dem heute immer mehr verbreiteten Lasern von Tattoos kommen neue Aspekte ins Spiel. Die oft schon gestellte Forderung, nur noch entfernbare Farben verwenden zu dürfen, ist natürlich lächerlich und würde aus der Entscheidung „für immer“ endgültig eine WischiWaschi-Geschichte machen. Zum heutigen Zeitpunkt kann man nicht jeden Farbton mit einem Laser entfernen, da dieser nur bestimmte Frequenzen hat und nicht jede Farbe „spalten“ kann. Das ist zum Glück immer noch das, was das Tätowieren ausmacht : Eine nicht leichtfertig zu treffende Entscheidung fürs Leben. Aber trotzdem sollte man Farben auch daraufhin untersuchen, dass die Spaltprodukte nach dem Lasern nicht gesundheitsschädlich sind. Denn wird ein Pigment vom Laser zertrümmert, muss das Immunsystem damit klarkommen.


Nun ist das Verbraucherministerium hingegangen und hat die „Tätowiermittelverordnung“ ins Leben gerufen. Obwohl man die Farbenhersteller und auch den D.O.T. in beratender Funktion hinzugezogen hat, kam die übliche Vorgehensweise von Behörden zum Vorschein : Erst jahrelang nicht drum kümmern, um dann mit dem eisernen Besen übers Ziel hinauszuschießen. So sind einige Farbgruppen (AZO) komplett auf der „schwarzen Liste“, obwohl nur ein Bruchteil der Azo-Farbstoffe als bedenklich gelten. Auch sind Pigmente aufgelistet, die einfach aus dem Kosmetik-Bereich als „gefährlich“ übernommen wurden, weil sie dort (z.B.) nicht in Schleimhautnähe verwendet werden sollten. Ist fürs Tätowieren völlig irrelevant, war aber einfacher...Nicht alles was Behörden vorschreiben, macht Sinn, aber das ist ja nichts neues ;-)


Was nicht wirklich verständlich scheint, ist für mich die Definition des Begriffs „Hersteller“. So ist man letztlich der Hersteller eine Farbe, wenn man sich als Tätowierer einen Farbton in der Flasche mischt und später benutzt. Während das mischen der Farbe im Farbtöpfchen dem Künstler freigestellt wird, muss er die fertig gemischte Farbe letztendlich anmelden und sich als Hersteller verantwortlich zeigen. Das macht rein theoretisch das Vormischen von Schwarz/Wasser-Tönen unmöglich. Sinn ? Keine Ahnung….

Auch wird dadurch das importieren von Farben unterbunden. Denn wer die Farben importiert, gilt als Einführer (was in der Verantwortung dem Hersteller gleichkommt), muss das melden und müsste dann, wenn Komplikationen welcher Art auch immer auftreten, als solcher auch die Verantwortung übernehmen, was einen großen Unterschied ausmacht. Er müsste die Farbe prüfen lassen, um jegliches Risiko ausschließen zu können, die z.B. durch die Verunreinigung einer Charge entstehen könnten. Ich halte diese Regelung für unglücklich. So kann der Tätowierer nicht auf einer Convention einfach einkaufen, auch wenn es dieselbe Farbe ist, die auch Hierzulande vertrieben wird.


Die Vorteile der Verordnung sind allerdings im Sinne des Verbrauchers/Endkunden. So werden Inhaltsstoffe von nun an auf den Farbflaschen aufgelistet. Ein Abgleich mit vorhandenen/bekannten Allergien ist so vereinfacht. Auch sind viele als allergen geltenden Pigmente von nun an verboten, die Gefahr von eventuellen Komplikationen wird so verringert.

Die ganze Farbherstellung wird durchsichtiger. Das trägt auch der Entwicklung Tribut, dass die Tattoo-Szene nicht mehr, wie noch vor einigen Jahren, ein Geheimbund ist, der wenige elitäre Anhänger hat. Was wir heute haben, ist eine Riesen-Industrie, die ein breitgefächertes Spektrum an Endverbrauchern bedient. Da ist es mehr als sinnvoll, dass man sich nicht mehr hinter der veralteten Haltung der Subkultur versteckt. Die Szene kann und muss sich nicht mehr durch Geheimniskrämerei nach Außen hin schützen. Schutz vor unbedarften Neueinsteigern bietet heutzutage der rapide steigende Künstlerische Anspruch. Dafür können andere Teile endlich durchsichtiger werden.

Da nützt auch das Rumheulen alter Hasen, die meinen, dass es Früher anders war und sie wünschten, es wäre wieder der kleine Kreis von Tätowierern/Kunden, der Probleme mit Farben eher selten gehabt hat und damit nicht direkt an die Presse gegangen wäre. Aufwachen, es ist nicht mehr so wie Früher, es ist wie es ist. Unzählige Menschen laufen heute in unzählige Studios und auch das Bewusstsein über die Rechte als Kunde hat sich gewandelt. Da darf man sich nicht verhalten wie in einer Seifenblase und versuchen diese zu schützen, bis sie platzt. Wir sind nicht kleine Alices im Wunderland, wir tragen eine Verantwortung, die wir auch erfüllen sollten, denn der Kunde ist das wichtigste….

Aber die Verordnung hat auch immense Vorteile für die Tätowierer : Allergien werden verringert, die Verantwortung der Hersteller ist geregelt, Verstöße von deren Seite sind strafrechtlich verfolgbar.

UND (!!) : Es unterbindet einfach, dass Gerüchte, wie das mit dem angeblich in Tattoofarben vorhandenem Autolack, überhaupt erst aufkommen. Daraus resultiert ein großes Argument wenn es um die Sicherheit im Tätowiervorgang geht. Man muss gar nicht erst rumdiskutieren, sondern kann auf die Tätowiermittel-Verordnung verweisen. Sprich : Der Ruf und der Beruf, die ganze Branche wird seriöser, weil sie mit der Zeit geht. Tätowieren ist ja nun nicht die einzige Branche, die überwacht wird. Auch andere Gewerbe müssen sich der Öffentlichkeit stellen und früher nicht übliche Einblicke gewähren, Überprüfungen zulassen. Sich da ausschließen, würde nicht von Kundenfreundlichkeit zeugen. Dafür kann man die entstehenden Mehrarbeit durch Ablaufdokumentation, Prüfung der aufgelisteten Inhaltsstoffe auf Listenkompatibilität in Kauf nehmen. Die Welt bleibt nicht stehen ;-)


Auch wenn ich das „übers Ziel hinausschießen“ der Verordnung nicht ganz verstehe, begrüße ich doch das Vorhaben als solches, denn es bedeutet mehr Sicherheit für den, der letztendlich die Farbe sein Leben lang mit sich rumschleppen muss.

Inkrafttreten der Tätowiermittel-Verordnung ist der 1.07.2008. Einsehbar ist die Verordnung auf der Internetseite des Verbraucher-Ministeriums.

Ich danke Ralf Michel (Deep Colours! GmbHGeneralsekretär Tattoo Ink Manufacturer of Europe/TIME) für eine sehr aufschlussreiche Einführung in die neue Verordnung auf dem BmxNet.org-Seminar im letzten Jahr.

Tätowiermittel-Verordnung



18.07.2008 01:02:20 / ... / ... [#lang]

First at all i must admid, that i´am not allowed to Link to BME in my country. So i got to steal without giving props to the interviewer ;-) (but everybody here knows which site is meant, when i say "The bad canadian site", so you get your honour ;-)...so please be appreciative to my infamy. Thanks)


Jep, Ehre wem Ehre gebürt. Hier liegt die Ehre bei der bösen kanadischen Seite, die uns das erste Interview mit einer der krassesten Tattoo-Modifikationen überhaupt gegönnt haben. Aber da ich das Thema so interessant wie bipolar finde, muß ich was dazu schreiben.

Man kann schon sagen, dass Gesichtstattoos so mit der gröbste Eingriff in das zwischenmenschliche Miteinander sind, denn man kann einfach nicht dran vorbeigucken, wenn man mit jemandem mit Gesichtstattoos Auge in Auge kommuniziert. Zudem verschleiert es, zumindest, wenn nicht den Gesichtszügen angepasst, die Mimik, oder verfälscht sie.

Wenn man nun aber auch noch gezielt einen Gruselfaktor mit reinnimmt, wie der Kollege "SchädelJunge", dann ist das schon ein Eingriff in die Gefühle der anderen Menschen. Man stelle sich vor, man würde nur zum Spaß als Zombie geschminkt ausserhalb der Karnevalszeit in den Supermarkt gehen...Na da wäre aber was los. Da hätte man so manche Mutti am Hals, die einem Vorwürfe machen würde. Nicht zu Unrecht, wie ich persönlich finde.

Nun könnte man das auch dem folgenden Jungen Mann vorwerfen, aber hier treffen nun Selbstverwirklichungswünsche auf SozialKompatibilität.

Um wen gehts ? Um den SkullBoy :



imgdbGeht ab der Typ ;-)



BME: Have these modifications changed you as a person?

Nah... I was already a little fucked in the head.




Er lebt in Montral/Kanada, ist nun 23Lenze alt und Punk. Muß man wohl auch sein, wenn man so mit der Ablehnung spielt. Die negativen Reaktionen lassen ihn kalt, er meint er wäre schon immer das "goth kid" auf der Highscool gewesen. Dass er viel Platz im Bus hätte, wäre ein schöner Nebeneffekt.

Nun bleibt aber für mich dir Frage : Was ist wichtiger, das Recht auf Selbstverwirklichung oder Rücksichtnahme gegenüber der Umwelt ? Wo kann man die Grenze ziehen ? Ich wäre nicht erfreut, wenn mein Kind wochenlang nicht schlafen könnte, weil es nen Untoten im Lidl zu Gesicht bekommen hätte.

Aber wo fängt man an eine imaginäre Grenze zu ziehen. Muß man dann nicht auch auf das Ömachen Rücksicht nehmen, was in jedem Tätowierten einen Verbrecher sieht ?

Ist eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Ich denke, dass dieses Spiel mit der Umwelt schon recht grenzwertig ist. Er sagt "I don’t give a fuck.", nur so einfach ist das in meinen Augen nicht.
imgdb
Lächeln..Danke ;-)


Einfach macht es sich da die Bodymod-Community, die ihren Standpunkt eindeutig in den Comments zu dem Blogeintrag im Modblog klar gemacht hat. "Wichtiger als die Gefühle der Mitmenschen ist das Recht auf Entfaltung." Ist es das ? Ist die eigene Freiheit nicht immer auch die Freiheit des anderen ? Lustig war, dass in den Kommentaren dann behauptet wurde, dass Kinder da keine Angst zeigen würden, es sei denn, sie wäre anerzogen. ABER ein paar Tage später von den gleichen Leuten ein geschminkter Teufel mit den Worten "mein Kind wäre schon lange schreiend geflüchtet" als Kommentar kam. Aaaaah..also reagieren Kinder schon mit Angst auf sowas. Aber wenns ne Modifikation ist, dann ist das was anderes ? Etwas, was man nicht angreifen darf ?

Da tut sich eben diese schwer zu ziehende Grenze und das schon scheuklappenartige Denken auf. Bodymod ist ein heiliger Gral. Greif ihn nicht an, sonst unterdrückst du mich.....lol.

Nun ja, ich sehe das hier in diesem Fall nicht mehr nur als Bodymod, auch wenn es der innigste tiefste Wunsch unseres Probanten war, wie ein Zombie auszusehen. Hier gehts auch um die Ängste anderer Menschen und die Schwierigkeiten, die eigentlich unbefangene Kinder haben. Oder sollten die damit klar kommen müssen..? Es ist halt gruselig, das kann man nicht verleugnen. Bewußt gruselig.

Wie gesagt, schmink dich als Zombie und lauf mal draußen rum...da ist keiner begeistert. Wobei ich mit der Frage echt hadere...Denn kann man dem einen Vorwürfe machen, während der andere mit dem Gesichtstattoo nur seine Tattookunst auslebt ? Man...ich kriege keinen befriedigen Schlußpunkt in der Sache für mich persönlich hin.

So ist das, wenn man in viele Richtungen sozialpolitisch korrekt sein will ;-)

Hier noch ein Link zu weiteren Fotos und einem längerem Interview, als das auf der bösen kanadischen Seite --------> Zombie-Boy on Bizarrmag.com



BME: Any last words?

Which way to the circus!!?!!

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