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Tattoo-Index
04.12.2007 11:34:09 /
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So, da ich Heute und Morgen nichts posten kann, kopiere ich mal nen älteren Artikel von mir hier rein. Thema Tattoo passt....so what....viel Spaß ;-)
Das Pferd ist tot ! (von: melanom)
Wenn ich an einem Wort die alleinigen Rechte haben könnte, wäre das mit sicherheit das Wort "Toleranz"...egal in welcher Schreibform. ;-)
Vergleicht man dieses Wort mit einem Rennpferd, so hätte es schon nach dem dritten engagiertem Reiter den matten Löffel von sich geworfen.
Leider musste dieses arme Tier nicht nur unzählige Rhetorik- Jockeys von hier zum unerreichbaren Ziel tragen, sondern wurde zu allem Überfluss wieder und wieder in Rennen geschickt, die nicht im Entferntesten etwas mit Reiten zu tun haben.
Ich würde sogar behaupten, dass mit der dümmlichen Benutzung des "Wildcat-Modewortes-No.1" durch Rechtsradikale oder Faschisten der Pferdemetzger himself versucht die Zügel zu übernehmen...in meinen zeckigen Augen mehr als lächerlich.
Aber was solls....WIR haben ja als tätowierte und gepiercte Menschen/User sooo viel gemeinsam. Haben wir? Ist das so?
Macht uns die Tatsache, dass wir das Gefühl nicht loswerden, wir müssten uns verzieren, zu Insassen im selben Boot, welches im bösen Meer der Öffentlichkeit gegen die Wellen der "Intoleranz" kämpft? Hahahaha....AAA !!! Mitnichten....
"Ich Idiot"... denke ich noch, als ich meinen Sohn aus dem Wasser des Spaßbades ziehe. Tststs...wer das Wort "Spaßbad" kreiert hat, war niemals sonntags mittags mit vollem Körpereinsatz dazu gezwungen, sich durch die Wasser/Chlor/Humanoiden-brühe zu kämpfen. Verdient habe ich das nicht, nicht mal mit dem zu späten Aufstehen. Jammern nutzt nichts, die leicht lila- farbenden Lippen meines dezent nörgeligen Genversuchs kündigen mir den nahenden Kältetod an. "Nichts wie raus". Dank meiner natürlichen Großstadt-Bemalung, die mir mittlerweile, allen "gut" gemeinten Ratschlägen meiner Erzeuger zum Trotz, auf Hals und Hände entglitten ist, stellt mein Verlassen der Familiensuppe für einen Großteil der anwesenden bürgerlichen Badewilligen ein Highlight im sonst faden optischen Alltag da. Würden Blicke auf der Haut brennen, müsste ich mir um die Entfernung meiner "Knast- male" keine Sorgen machen.
Da ich mir meinen Besenstiel schon lange entfernt habe, renne ich nicht schreiend weg wie "Kim Phuk". Die Erkenntnis, dass es eigentlich nur Angst vor dem Fremden und Neid um meiner erkämpften Freiheit ist, wirkt gegenüber der brennenden Blicke wie ein Asbest-anzug.
Der Eine oder Andere mustert natürlich auch meine ( bestimmt verzogene ) Brut auf etwaige Hinweise gewaltbereiter Erziehung...bei so Freaks weiß man ja nie. Bis jetzt alles wie immer, halt das alte "Die und ich"- Geschichte...ich kenn meine Pappenheimer besser als sie mich.
Kurz vor dem Erreichen der mir schon fast gral-artig ( auch Asbest hat seine Grenzen...lol ) erscheinenden Umkleide/Dusche, gerate ich in den Dunstkreis einer Mittvierzigerin, deren Badeanzug in keinerlei Relation zum Körper als passend erscheinen will. "Das SO ETWAS Kinder haben darf..." quillt es aus einem Mund, der außer "Neuigkeiten" über Nachbarn und recyclelte Bildzeitungs-Tatsachen höchstens zum schlingen von Essen zu benutzen ist. Bei letzterem scheinen mir Hamburger erste, gut bürgerliches eher zweite Wahl zu sein... "Uiuiuiui"...die bürgerliche Ablehnung, eigentlich schon fast wieder süß.
Leicht ärgerlich ist zwar das herablassende Verdinglichen meiner (Un)Person, aber ansonsten fällt sowas bei mir nur noch automatisch in meinen "Wortmüll von Mitmenschen"-Papierkorb.
Selbst die Tatsache, dass Frau Plattenbau (nein...keine regionale Zuordnung...echt nicht !!) nicht einmal versucht hat leise zu sprechen, kann mich wirklich ärgern.
Sehr oft schon durfte mein Gehirn in solchen Situationen die direkte Leitung von der "Zynismus-Drüse" zum "Beschimpfungsapparat" freischalten, was auf den Wortmülleimer wirkt wie drei Klospülungen auf einmal.
Bin ich früher noch oft verärgert aus solchen Konfrontationen mit dem Bodensatz der Evolutionsmasse heraus gegangen, haben ich mit den Jahren gelernt, den in meine Richtung gespuckten Frust über das eigene langweilige Leben wie ein Spiegel umzulenken.
Ich hoffe, dass so mancher Stammtischführer noch beim Abspann der Sportreportage mit Sodbrennen an meine ihn betreffenden Worte denken, mit denen ich ihm geschickt unterbreitet habe, dass seine herablassende Äußerung, wenn überhaupt, nur einen Inhalt haben, nämlich die exakte Darlegung seiner Minderwertigkeitskomplexe.
Letzteres scheitert diesmal an der Gefahr, vor den Augen meines Kindes als Firestarter zu gelten. Vor meinem geistigen Auge erscheint "Der Tag, an dem wir aus dem Schwimmbad geflogen sind" als Überschrift eines Schulaufsatzes, unter dem der pädagogisch vollendete Lehrer dann freundlich zu einem Elternabend mit "Wir müssen reden"- Charakter lädt. Brauch ich nicht, gibt mir nichts...
Also denke ich mir meinen Teil, grinse und will grade an ihr vorbei, als mich doch glatt von ihrem Oberarm ein "Hausfrauen-Skorpion anstarrt", welcher zum Glück mit seinen schielenden Augen (warum müssen manche Tätowierer diese armen Tier eigentlich mit comic- mäßigen Augen versehen? Na ja, immerhin hatte er keine Nase, was mich aber auch nicht gewundert hätte.....lol) nicht den "Der lenkt von der dicken Kiste ab" -Schmetterling auf dem Schulterblatt sehen musste...welcher in seiner "realistischen Darstellung" Darwin die Tränen in die Augen getrieben hätte.
Über die graphische Vergewaltigung kann ich schnell hinweg sehen, aber was mich binnen Nanosekunden überkommt ist die Wut über die willkürliche Bewertung des Zusammenhangs zwischen post- natalen Hautpigmentierungen und der Unfähigkeit sozial richtig zu handeln und Kinder zu erziehen.
Warum ist mein Besuch beim Tätowierer schädlich für mein Sozialverhalten, während Frau Mustermann scheinbar völlig ohne Nebenwirkung den Sündenphul "Tattoo- Studio" verlassen konnte...hat es vielleicht etwas mit der Anzahl der Einstiche zu tun? Ab wie vielen Tätowierungen werde ich asozial?
Fragen über Fragen prasseln durch mein Hirn und erheitern mich , als ich kopfschüttelnd aber lachend in Richtung Dusche schlender...zum Glück ist der Beweggrund, der hinter meinen "Verschandelungen" steckt nicht der ach so moderne Tätowierungs-Gruppenzwang, sondern eher ein Abgrenzen ( welche Kategorie war das noch mal in der hans3- schen` Triebfeder-Lehre ? looooooool.... ) im eremitischen Sinne, sonst wäre meine "Wir haben ja soviel gemeinsam" - Seifenblase bestimmt an diesem Tag zerplatzt. Aber so haben meine Tätowierungen wieder ihren Sinn erfüllt...Sie wirken wie ein Zaun...und nur wer sich die Mühe macht, das Tor zu suchen, darf den Garten betreten...lol
Und die Moral von der Geschicht` :
"Dem Pferd heißt Toleranz...aber ich fahr lieber mit dem Bus!" ;-)
Ralf
ps: jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden ( was man so Leben nennt ) Personen ist beabsichtigt, der Ort des Geschehens ist Köln-Chorweiler ( ein Stadtteil, in dem eigentlich Helmpflicht gelten sollte… ), was übrigens einiges erklärt.
pps. : Ich halte meinen Grund, der mich aus Tiefe heraus zu meinen Tätowierungen "getrieben" hat nicht für besser oder "more real" (lol) wie die der anderen...ich zank nur gerne...( ich bin so tolerant...mir wird gleich schlecht... )
pps. : Wenns mir zuviel wird laser ich halt alles wieder weg...muahahaha.
ppps. Der Artikel ist von 2005 und stand hier
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Ab Übermorgen gibts wieder neue Blogeinträge, wohl erstmal wieder ne Freakvorstellung : Tom Leppard oder so....mal sehen ;-)
