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Tattoo-Index
15.10.2008 22:56:18 /
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Jaja, ich weiß, er sollte schon viel früher hier stehen, der Artikel über die Tattoo-Convention-London 2008. Aber gut Ding will Weile haben…(ich war faul und Urlaub….) Aber besser spät als nie…;-)
Die Idee überhaupt nach London zu fahren, kam in Dortmund auf der Convention. Wir wollten eigentlich mit Ron nen Stand machen, aber da kam dann doch was dazwischen. Also ist die Reisegruppe „Gestochen-Scharf“ nur zum Genießen auf die Insel geflogen. Dem Chinesen sei Dank, denn der hat mal wieder die Reise gesponsert. Also rein in die Air mit RyanAir..(Katschink, Fünfer in die Wortspielkasse…) und ab nach Inselaffenhausen.
Der Flug mitten in der Nacht (Sieben Uhr Morgens…) und ich kann froh sein, dass meine aufopferungswillige Freundin mich nach Weeze gebracht hat, denn ich war kurz vorher noch krank, was die Zugfahrt nicht so schön gemacht hätte. Aber dank Olle pünktlich angekommen gings dann doch noch nach London. Im Nachhinein hätte ich mich auch echt geärgert, wenn ich Daheim geblieben wäre, denn die Con war der Hammer. Wir haben zwar nur Freitag und Samstag mitbekommen, aber das reicht völlig aus. Zwei Tage auf einer Convention rumrennen ist schon anstrengend genug, der Sonntag wäre zuviel gewesen..Hey, alte Beine schleppen einen dicken Körper, was habt ihr erwartet ?
In London angekommen mussten wir erstmal warten, bis wir in unsere Hotelzimmer durften. CheckIn war erst ab 11Uhr, also sind wir im Foyer eingeschlafen ;-)
Kurz auf dem Zimmer den Schlaf nachgeholt und ab auf die Con.
Die war dieses Jahr zum ersten Mal im Tobacco-Dock. Was soll ich sagen ? Die mit Abstand schönste und passendste Location, in der ich eine Convention erleben durfte. Dieses victorianische Gebäude gleicht im Innern einer Einkaufspassage mit Glaskuppel. Das ganze Gebäude ist Innen in kleine Glas-Parzellen unterteilt, die an Ladenlokale erinnern. Die meisten dieser Parzellen haben einen Ein- und einen Ausgang, was den Vorteil hatte, dass man trotz der Unterteilungen „durchgehen“ konnte und nicht den Fluss verlor. Zwischen 4 und 8 Tätowierer saßen jeweils in einem solchen Räumchen. Der Platz war großzügig und durch diese „Lädchen“ gab es kein Geschiebe vor den Ständen. Man konnte sich an den Ständen aufhalten, ohne die schiebende Masse am Arsch zu fühlen. Es gab zudem noch eine größere Halle, wo so um die 25 Stände waren. Aber auch dort war es nicht so voll, wie z.B. in Mailand. All diese Glaskästen abzuklappern nahm viel Zeit in Anspruch, auch wenn ich denke, dass auch hier jemand, der kein Interesse am Tätowieren selber hat, in ner Stunde durch gewesen wäre…looool.
Die Stimmung war auch bei den Anwesenden sehr gut. Was ich allerdings schade fand, ist die Tatsache, dass es keine (oder zu leise) Ansagen über das Rahmenprogramm gab. So hätten wir fast die Show von Lucky Diamond Rich verpasst, was mich bestimmt geärgert hätte, denn der rockt !! Sehr sehr gelacht, bei seinem 45minütigem Auftritt. Das war Jonglage-StandUp-Comedy ;-)
Nicht verpasst habe ich übrigens natürlich nicht das orientalische Tanzduo (Von den Les Soeurs tribales
, in die ich mich (sorry Fatima..lol) verliebt habe. Ich weiß nur noch nicht, ob ich lieber die mit den großen Brüsten, oder die mit dem breiten Hintern haben will, aber bis zu nächsten Convention ist ja noch Zeit zum Überlegen ;-)Die Liste der namhaften Tätowierer war lang. Es war schon eher so, dass man die Leute, die man nicht kannte, echt suchen musste. Die Veranstalter haben zugesehen, dass ähnliche Tätowierer in der selben Parzelle untergebracht waren. Unser liebster Glaskasten war der mit Tim Kern, Liocifer, Robert Hernandez, Victor Portugal und Bob Tyrrell..(laut „the incredible Kai“ wird er „Türrell“ ausgesprochen, aber ich glaub dem kein Wort…nie). Dort gab es echt abgefahrene HorrorMotive und Portraits. Hernandez hat einem „Patienten“ ein Portrait von Türrel Bob (Kai, wie spricht man den eigentlich aus..? loool) gestochen. DAS ist Liebe zur Tattoo-Szene. ;-)
Es gab auch einen Glaskasten mit Tätowierern, die im Maori-Stil gearbeitet haben. Davon Zwei mit der Hand. Die Arbeitsgeräte sehen nicht aus, als würden sie traumalos die Haut perforieren. „Umgraben“ käme mir da eher in den Sinn.
Es waren auf jeden Fall eine Menge hochkaratiger Künstler am Start. Bernie Luther
, die oben genannten, Tim Hendricks, Hennes und Eckel, Shige
, Jeff Gogue, Chris Dettmer, Tin Tin
, Kari Barba, Dimitri und und und und ....und einfach zuviele um sie alle hier reinzuschreiben. Nachdem wir bestimmt den halben Tag gebraucht haben, um alle Stände einzusehen (wir haben Samstag dann noch zwei kleine Räume mit Artists entdeckt, die wir Freitag übersehen hatten), sind wir den Rest des Tages Jack Mosher auf den Sack gegangen, denn der Walde hat sich den linken Unterarm von ihm stechen lassen. Aber einem so ausgeglichenen Menschen wie Jack, kann man glaube ich, gar nicht auf den Sack gehen. Der hat so was im mentalen Sinne nicht ;-) Also hieß es immer schön dort am Stand abhängen, aber das kennen ja einige User hier aus Dortmund..looool
Der Samstag klang dann recht schnell aus, nicht ohne zum dritten mal an dem Tag beim goldenen M einzukehren. Dass sich direkt vor dem Hotel ein Mäckes befunden hat, ist meiner Ernährung positiv zu Gute bekommen, denn wer will schon englisch Frühstücken ? Ne danke, ich möchte keine Fettwurst mit SchwabbelBohnen. Nein, auch keine lauwarme Tomate oder alten Plumpudding. Danach bin ich in mein HotelBettchen gefallen.
Meine Freundin hatte mir noch soooo von der „Tube“ vorgeschwärmt, der U-Bahn in London. Aber die nutzt nur was, wenn sie auch fährt..Tat sie aber am Samstag auf unserer Linie wegen Bauarbeiten nicht. Resultat war eine 1,5stündige Irrfahrt mit dem Bus durch London. Auch schön, wenn man sitzen kann..konnte ich aber nicht, bin dafür aber fröhlich durch den Bus geflogen, weil festhalten „uncool“ ist. Nett fand ich übrigens die in den Bussen angebrachten Aufforderungen der Regierung, man solle „seine Sinne nutzen“…Auf Deusch : Siehst du was verdächtiges, melde es !! Big Brother gibt Anweisungen…War ich verdächtig ? Ich glaube nicht…denn schon eher die gelbe Gefahr, der Talibanny oder der vegane langhaarige Bombenleger…
Der Samstag war natürlich voller als der Vortag, aber trotz allem war es immer angenehm. Und das nicht nur wegen der Aufteilung mit den Glaskästen, sondern auch, weil das Untergeschoss ein riesiges Katakombengewölbe bildet, welches wiederum mit einzelnen Läden gefüllt ist, wo Händler, ein Pub und eine Tattoo-Art-Exposition untergebracht war. Unten konnte man herrlich abhängen. Essen gab es übrigens nicht in der Halle, sondern man musste hinten raus, über ne kleine Straße und dann auf einen eigenen Platz mit Fressbuden. Sehr geil war das direkt vom Schwein geraspelte Fleisch im Brötchen. Die haben einem dann immer noch geröstete Haut auf das Brötchen gelegt, was einer Mitreisenden *hust* hektische Flecken vor Glück ins Gesicht getrieben hat. Da war eine im 7.Schlemmerhimmel ;-)
Als der Nachmittag langsam näher kam, war die Reisegruppe froh, dass es wieder zum Flieger ging, denn die Füße waren definitiv am Arsch. Klar, man kann auf einer Con auch einfach abhängen, aber ich glaube wir haben echt ein paar Meter gemacht in der Halle, denn es war soviel interessantes zu sehen, dass man jeden Stand mehrfach abklappern musste.
Resume : Nie wieder Bus fahren in London und das nächste mal Pay-TV….lol
Nein….
Resume : Eine hochgradige Convention, die nicht nur von den Weltklasse-Tätowierern lebt, sondern nun auch mit einer absolut atmosphärischen Location aufwarten kann. Ich kann jedem, der mal ne gute internationale Convention sehen will, empfehlen, nächstes Jahr die 100Euro für den Flug zu investieren und sich das zu geben. Es gibt einfach eine Unmenge von guten Tätowierern zu sehen. Auch das Publikum ist anders. Viele Freaks, viel zu sehen. (ich hab mich minütlich neu verliebt…looool). Wir hoffen nächstes Jahr dort beruflich zu sein, vielleicht bekommt ihr ja ne eigene Reisegruppe zusammen und besucht uns dort…wer weiß..
Dank an Jacky fürs Foto-Sharing ;-)
Link zur Convention-Site
