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 08.02.2008 11:19:43 / ... / ...

Aus dem Tattooforum (danke an mainzel) LINK [DE] ins Forum

Besser impfen mit der Tätowiernadel

LINK : Spiegel.de [DE]
Von Nicole Simon

Eine Impfung ist meist mit einem schmerzhaften Nadelstich verbunden. Mit einem Tätowiergerät ist die Prozedur noch unangenehmer - aber auch wirkungsvoller, wie sich an Labormäusen gezeigt hat. Zumindest wenn die vibrierende Nadel Gene statt Farbe in die Haut spritzt.


Ein Tattoo kann mehr sein als ein schmerzhafter Körperschmuck. Martin Müller und seine Kollegen vom Deutschen Krebsforschungsinstitut in Heidelberg haben ein Gen des Humanen Papillomavirus (HPV) in die Hautzellen von Mäusen tätowiert. Das Ergebnis: Drei Dosen des Impfstoffs lösten eine 16-mal höhere Antikörperproduktion aus als drei Injektionen mit einer herkömmlichen Spritze in den Muskel. Dementsprechend fiel auch die Abwehrreaktion wesentlich stärker aus. Damit ist die Tätowierung, obgleich deutlich schmerzhafter, um ein Vielfaches wirkungsvoller als der Pieks mit der Spritze, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Genetic Vaccines and Therapy".




Tätowierung als Modeerscheinung: Mit dieser Technik ließen sich auch DNA-Impfstoffe übertragen
In den Genen sind die Baupläne für die Proteine gespeichert, die im Körper fundamentale Aufgaben übernehmen. Das Gen, dass den den Mäusen in dieser Studie gespritzt wurde, besitzt den Bauplan für ein Protein aus der Hülle des HP-Virus. Genau dieses Protein haben die Hautzellen der Mäuse nach der Impfung hergestellt. HPV wird durch Geschlechtsverkehr übertragen und ist für den Menschen besonders gefährlich, da es Gebärmutterhalskrebs auslösen kann.

Das Immunsystem des Nager-Körpers erkannte das neue Protein als fremd und damit als schädlich - ein Grund, eine Abwehrreaktion zu starten, um den Eindringling zu zerstören. Würden sich die Tiere danach mit dem kompletten und gefährlichen Virus infizieren, hätte ihr Körper schon ein genügend großes Waffenarsenal an Antikörpern und Immunzellen zur Verfügung.

Die Forscher sehen den Grund für das gute Abschneiden der Tattoo-Methode in der Entzündungsreaktion der Haut nach der Behandlung. "Oft erkennt der Körper Eindringlinge erst, wenn er auf sie hingewiesen wird. Eine Wunde ist so ein Hinweis, sagt Müller im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Die vibrierende Nadel verletzt das Gewebe. Daraufhin rücken Immunzellen an, um die Heilung der Verletzung in Gang zu bringen. Sie stoßen dann auf das neue Protein." Impfungen mit der Spritze lösen selten eine so große Immunreaktion aus und sind deswegen auch weniger wirkungsvoll.

Möglicher Einsatz gegen Krebs und HIV

Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass eine größere Fläche der Haut betroffen ist - etwa ein Quadratzentimeter. Damit kann die Tätowiernadel mehr Zellen erreichen als die Spritze. Die schmerzhafte Behandlung sei sicherlich nicht jedermanns Sache, könne aber in der Therapie eingesetzt werden, so Müller. Mit dieser Methode ließen sich beispielsweise schwere Krankheiten wie Krebs oder HIV behandeln, bei denen eine Stärkung der Immunreaktion auch nach der Infektion oder nach dem Ausbruch der Krankheit hilfreich sein kann. Sie würde sich in diesen Fällen gegen krankhaft veränderte Zellen richten und sie zerstören. "Für diese Patienten wäre der Schmerz durch die Tätowiernadel sicherlich akzeptabel", sagt Müller.

Die Technik der Gen-Impfung ist heute eines der heißesten Themen der Genforschung. Denn die Gene veranlassen den Körper, die Impfstoffe selbst herstellen: Im Unterschied zur herkömmlichen Impfung werden nicht die abgeschwächten Krankheitserreger zur Aktivierung der Immunabwehr gespritzt, sondern die genetische Information für bestimmte Proteine aus einem Krankheitserreger in den Körper übertragen. Ein großer Vorteil ist, dass die Information so in der Zelle verbleibt. Der Organismus kann das Protein damit ständig nachbilden, während passiv zugeführte Proteine oft nach nur wenigen Stunden aus der Blutbahn verschwinden. Die Forscher gehen daher davon aus, dass ein Gen-Impfung ein Leben lang schützen könnte.

Zurzeit sind DNA-Impfstoffe und therapeutische Tumorimpfstoffe noch in der Entwicklung. Einige von ihnen werden jedoch schon in klinischen Studien getestet. Es gibt allerdings noch theoretische Bedenken, die die Sicherheit der genetischen Impfmethode betreffen. "Die Gefahr besteht, dass die Impf-DNA nicht innerhalb der Zelle bleibt, sondern in den Zellkern wandert und dort die DNA der Zelle krankhaft verändert", sagt Müller. Im schlimmsten Fall könnten diese Änderungen Krebs auslösen.

Aufgrund von den bisherigen Tierversuchen und ersten klinischen Tests gehe man bislang aber davon aus, dass die Methode sicher sei. Selbst nach Monaten in Muskelgewebe sitze die Impf-DNA ruhig außerhalb der körpereigenen Erbinformation und zeige keine Anzeichen von Vervielfältigung. Zu einer DNA-Impfung von Kindern würde Müller bislang jedoch nicht raten. "Niemand weiß, wie die Gene sich nach 40 Jahren im Körper verhalten."


Meine Meinung : Ich denke, dafür hab ich schon oft genug die unterschiedliche Aufnahme von Farbe in Haut mitbekommen, dass die Dosierung mit dieser Methode schwer zu steuern ist.

Ansonsten : Gute Idee, geht aber glaube ich, an den realen Möglichkeiten vorbei. Denn ein einzelner Stich ist doch psychisch etwas anderes, als "sich tätowieren zu lassen"... aber bleiben wir mal gespannt, wie sich diese Erkenntnis in der Medizin weiter entwickelt.

Countdown Mailand : noch ein Tag...fuck ink..der ist schon da ;-PPP

PS. Die hier beschriebene Entzündungsreaktion darf nicht mit einer Infektion verwechselt werden. Jegliche Rötung der Haut beim Tätowieren ist schon eine Entzündungsreaktion, bei der die Haut auf den Vorgang reagiert. Bitte nicht verwechseln.



 07.02.2008 12:51:35 / ... / ...

In Abbetracht der Tatsache, dass Tätowierer die zu tätowierende Hautstelle mit den Fingern spannen müssen, damit sie eine feste Fläche bekommen, um damit eine akuratere Stichtiefe garantieren zu können, ist dieser Kollege wohl der Horror..da kannste nur mit 4-5 spannenden Helfern zum Ziel kommen..lol



Die verantwortliche genetische Störung heißt übrigens Ehlers-Danlos-Syndrom [DE]

In der gleichen Sendung hat übrigens noch ein Schwertschlucker, der anscheinend, man beachte die Zunge, schon mal nen Unfall beim Schlucken hatte...nicht so wie Boris Becker...anders..loool



BTW, ich weiß echt nicht, ob jemand mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom tätowierbar ist. Leichte Unterschiede gibts zwar von Mensch zu Mensch, aber obs bei dem Mass an fehlender Hautspannung noch technisch einwandfrei möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Bluter, jedenfalls Personen mit teilweise gestörten Gerinnungfaktoren, sind schon grenzwertig...geht zwar mit viel Sauerei, ist aber auch eine Sisyphus [DE]-Arbeit...Nachstechen garantiert, weil viel Pigmente wieder ausgeschwemmt werden. Bei dem Ehlers-Danlos-Syndrom werden die Linien vermutlich unsauber...würde ich gerne mal ausprobieren...Gummihäute : bitte melden ;-)

BTW2. Countdown "Mailand" läuft...noch drei Tage ;-)


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