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Profil von: melanom
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20.07.2009 22:31:56 / ... / ... [#lang]




Eigentlich wäre heute nicht Blog-Tag, aber die Geschichte muss raus.

Es ist immer grenzwertig, wenn man über fremde Arbeiten schreibt, das habe ich ja neulich noch per E-Mail gesagt bekommen, aber ich kann nicht anders, denn mich fuckt grade was so dermaßen ab, dass ich Sodbrennen-Deluxe bekomme.

Ich fange mal Vorne an :

Ich habe einen Arm tätowiert, auf dem schon was gestochen war. Der Träger hatte einen grauen Schattenverlauf mit Sternen auf der linken Schulter, auf dem Innenarm einen Ast eines Kirschbaums mit Kirschblüten. Beide Arbeiten recht sauber gestochen. Die Sterne aus einem fremden, der Ast und die Blüten aus dem Studio, wo ich auch hin und wieder arbeite.

Nun habe ich in blau einen Strudel um den Ellebogen gemacht, Kirschblüten und Schmetterling hinzugefügt und die Sterne ausgemalt. Die Erwartung des Kunden wohl so gut erfüllt, dass er es kaum abwarten kann, weiter zu machen. Ziel der nächsten Sitzung war eigentlich, den Unterarm mit nem Kirschbaum zu schmücken, aus dem dann der Ast im Innenarm hervorgeht.

Heute war der Jung dann bei uns, denn er wollte möglichst schnell die Lücke zu der grauen Fläche, in der die nun bunten Sterne sitzen, schließen. Der nächste Termin, der schon stand, wäre nun in sechs Wochen.


Sechs Wochen sind keine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass es danach noch Jahrzehnte lang bewundert werden kann. Sechs Wochen waren aber für meinen Jung wohl gefühlte 20Jahre und so hat er sich auf etwas eingelassen, was er nicht hätte tun sollen : Er hat auf dem Tipp eines Freundes gehört und ist spontan (ja, DAS ist echt spontan gewesen…lol) zu einem Studio in der Nähe gefahren und hat dem geschildert, was er gerne hätte.

Ok, keine gute Idee, wird jetzt schon jeder von euch denken. Klar, man sollte nicht mit einem angefangenen Konzept zu einem anderen Tätowierer gehen, wenn kein triftiger Grund wie Streit mit dem Tätowierer, weiter Wegzug einer der beiden Parteien oder etwas ähnlich gravierendes vorliegt. Zum einen hat jeder Tätowierer seine eigene Handschrift, zum anderen mögen das Künstler nicht so gerne, wenn andere in ihrem Bild rummalen.

Mag sein, dass auch das Verhältnis zum eigentlichen Tätowierer dadurch getrübt wird, denn der fragt sich dann ja auch „Warum rennt der zu nem anderen ?.

Dazu kommen noch viele andere Gründe, wie verschiedene Farben und und und…

Nun müsste ich eigentlich sauer sein, denn jemand hat in meinem Plan reingemalt, ihn zunichte gemacht. Ich könnte mein kleines Ego in den Mittelpunkt stellen und beleidigt sein…

Warum bin ich es nicht ?


Weil ich nicht der Hauptleittragende bin, sondern der arme Jung, der sich von dem anderen Tätowierer ein dermaßen verkacktes Tattoo hat stechen lassen, dass eine Strafe ist. Klar, es ist seine eigene Schuld, aber das spielt für mich grade keine Rolle. Er tut mir echt leid, denn er hat aus einem (doofen) Impuls raus gehandelt und muss die Folgen nun ein Leben lang ertragen, sich eingestehen, dass er echt Scheiße gebaut hat. Letzteres waren seine ersten Worte grade am Telefon…“Ralf, ich habe Scheiße gebaut, bitte hilf mir…“…egal wie doof die Aktion selber war, das reicht mir, um nicht sauer zu sein. Logisch muss er sich nun oft genug anhören, dass er selber schuld ist, aber da muss ich mich nicht einklinken, zumal er sich grade selber zermatert über seine Dummheit.

Also lass ich diesen Punkt mal hinter mir und widme mich einem anderen Aspekt dieser Sache :

Wer verfickt noch mal wixt mir in mein schönes Konzept ne so vergurkte lila Kackwurst ?


imgdbMaaaaaaaaan…





Wie gesagt, Schuld ist der Träger selber, aber verfickt noch mal wo ist denn die Berufsethik und der Respekt vor dem Kollegen und seinen Arbeiten ? Da kommt einer ins Studio, der hat nen schönen (sorry, der Arm war echt schön...) Arm, sagt, dass er gerne schneller weiter machen würde und man denkt nicht nen Funken drüber nach, ob man da nicht besser mal sagen sollte „Ne komm Jung, warte und lass den mal weitermachen, der hats ja bis jetzt auch schön gemacht…“ ?? Ich hätte das jedenfalls, da kannste dir die Eier für anmalen, gemacht und hätte die schnelle Mark schnell wieder vergessen. Fuck..und nun kann ich mir ausdenken, was ich aus dieser verkackten Scheiße machen kann, denn es sitzt wie Mike Tyson zwischen japanischen Schulmädchen.

Man sonne Kackeinstellung und sonne verschissene Arbeit…mir wird schlecht.

Selbst wenn der Jung lila haben wollte muss man doch drüber nachdenken, wie es zu dem Blau unten passen könnte. Aber ne, ist ja scheißegal, was sich ein paar cm weiter an graphischen Elementen befinde, ich wix die lila Wurst hin wo ich will…Was interessiert mich, obs passt…fuck…

Fuck

Fuck

Fuck….


Bis der Dreck abgeheilt ist, bis man es COVERN kann, vergehen bestimmt 2-3 Monate.

Ich sach mal Danke Herr Kollege !

Ps. Der Jung ist übrigens nach ner Stunde einfach aufgestanden und gegangen, als der gemerkt hat, in welche Richtung das Tattoo geht...ne Stunde zu spät...







20.06.2009 00:04:38 / ... / ... [#lang]


Link zum Expand-Blog und zum Artikel [DE]

Da ich der Autor des Grundlagen-Artikels in der aktuellen Expand bin, möchte ich hier mal offzielle Stellung nehmen. Warum ich meine das tun zu müssen ? Weil anscheinend einige Tätowierer das als eine Art Anleitung sehen, die Leute dazu annimieren könnte, selber zu tätowieren. Das war weder so gemeint, noch ist es so formuliert, oder beinhaltet wirklich Angaben, die einem beim Ausführen von Tätowierungen helfen könnte.

Fangen wir mal an, diesen Text zu durchleuchten :

Zum Großteil beschäftigt dieser Artikel mit den physikalischen Vorgängen beim Tätowieren selber. Viele Dinge, wie z.B. die Kapilarkräfte, die innerhalb der Nadelführung wirken, sind Sachverhalte, die nichtmal was mit dem Tätowieren zu tun haben, sondern rein in den Physikuntericht fallen. Sowas interessiert nun mal nicht nur den Tätowierer, sondern auch die pozentiellen Kunden, die oft Stunden beim Tätowieren zuschauen, aber vllt das eine oder andere nicht verstehen, aber verstehen wollen. Nichts, aber auch garnichts an diesen Vorgängen ist ein Geheimnis und es bringt einem Laien in keinster Weise in die Versuchung deshalb tätowieren zu wollen. Nur weil jemand sich genau anguckt, wie ein Otto-Motor Benzin verbrennt, lässt in ihm das nicht den Michael Schuhmacher aufkeimen.

Ein andere Teil des Textes erklärt die Vorgänge in der Haut. Was macht das Pigment, was macht es, wenn es nicht richtig angebracht wurde ? All das geht den Kunden etwas an, denn es passiert in seinem Körper. Und das nicht ausreichend tiefes Stechen die Farbe wieder rausheilen lässt, kann jeder selber beobachten. Ansonsten enthält dieser Teil viel, was sogar Tätowierer oft nicht wissen. Aber lesen bildet...

Dann kann der Artikel, den ich persönlich denen gewidmet habe, die einfach wissen wollen wie das, was sie oft mehrmals im Jahr über sich ergehen lassen, funktioniert, mit einigen allgemeinen Antworten auf oft gestellte Fragen trumpfen. Gelungen und umfangreich, kann man auch gut mal seinen eigenen Kunden zeigen, grade auch, wenn man selber nicht genau erklären kann, was da so genau passiert, oder wie man in den Medien breitgetretene Vorwürfe entkräften kann.

So, nun bleibt der Teil über die Maschinen und die Nadeln. Hier habe ich sowohl die Unterschiede zwischen den Maschinen, als auch zwischen den einzelnen Nadelarten erklärt. Dass eine Magnum zum Schattieren ist, war vielleicht in den späten 80ern noch ein Geheimnis, aber seit knapp 10Jahren ist das eine Info, die jeder Depp kennt. Das ist Basiswissen, selbst außerhalb der GeheimbundTätowiererSzene, oder die, die meint es zu sein. Alles, aber auch wirklich alles, was ich sonst an Nadeln, Maschinen und Material beschrieben habe, ist rudimentäres Wissen, was in jedem Forum beschrieben wird. DAS IST KEIN GEHEIMES WISSEN. Wenn das für euch Wissen sein soll, was einem Vorteile bringen soll, möchte ich darauf hinweisen, dass die Tattoo-Welt (und damit meine ich international, nicht hier in Deutsch-Dorf) schon lange viele Schritte weiter ist und sich über ganz andere Details in halb-offenen Foren unterhält.

Da es anscheinend einigen schwer fällt, zwischen Information und Insiderwissen, biete ich hier nochmal einen Vergleich an :

Wenn ein Golfspieler erklärt, wie er mit einer bestimmten Situation umgeht, wird er etwas sagen wie :

"Ok, du nimmst ein 7ner Holz, hältst es ungefähr so, zielst bei 5Knoten Wind von Links so leicht nach Rechts. Der Drive nicht übertreiben und leicht unterhalb des Ballmittelpunktes treffen. Den Nachschwung nicht vergessen..."

Das wäre die Anleitung, mit der ein Laie etwas anfangen könnte.

Was ich lediglich gesagt habe ist :

"Beim Schlag kommt es darauf an, dass du den richtigen Schläger nimmst und den Ball richtig triffst. Dann fliegt der Ball ne Kurve und trifft das Ziel..."

Das ist ein Beschreibung dessen, was wichtig ist...OHNE Infos zu liefern...und das lässt auch keinen denken "Wow...nun kann ich mal probieren Golf zu spielen...."



Ich kann nicht sagen, wie sehr es mich ärgert, wie hier aus einer inhaltlichen Fliege ein Elefant gemacht wird. Statt zu versuchen, die Szene nicht so geheimnisvoll zu gestalten, wird so getan, als würde man mit einer Materie hantieren, die einem geheimnisvollen Zauber unterliegt.

Aber letztendlich haben sich die Zeiten geändert und heutzutage weiß der Kunde viel mehr, als so mancher Tätowierer glauben würde. Denn das WorldWideWeb bietet einem so manche Möglichkeit, sich über das zu informieren, was ich nur ansatzweise angerissen habe.

Für mich ist das, was in diesem Artikel steht, ein Schritt in die Richtung Tranzparenz, die der Qualität aller zu gute kommt. Auch der Kunde sollte wissen, was ein gutes (weiche Verläufe z.B.) gegenüber einem schlechten (geplatzte SingleNeedle-Linien und KrickelKrackel-Schattierungen von 5er-Rund-Shadern (oh..sorry...)) ausmacht.

Auch der Endverbraucher hat ein Recht auf Aufklärung, dem ich als aufgeschlossener Insider gerne nachkomme.


Wer meint, es wäre ausreichend, mit solchen RandInfos Leute, gelangweilte Leute, wenn ich mich mal auf eine E-Mail eines Angepissten berufen darf, dazu zu bewegen, selber auszuprobieren, wie das so geht, der sollte auch für ein Verbot von Miami-Ink, Tattoo-Dokus und allen anderen TV-Sendungen, die einem das Gefühl geben, Tätowieren wäre einfach, aussprechen.

Ich denke in meinem Artikel wird deutlich, dass es ein sehr komplexer Vorgang ist, deutlicher, als in einer Fake-Soap, die einem glauben läßt, ein Tattoo wäre in einer Stunde tätowiert, egal wie groß es ist, jedes Tattoo ein HeidenSpaß für den Tätowierer zu sein scheint und jeder Artist ein cooler Rockstar ist, der mit Geld so um sich schmeißen kann. DAS ist verführerisch und bringt unzählige Laien auf den Gedanken, dass es DAS erstrebenswerte Ziel sein muss, Tätowierer zu werden.


Aber dieser Artikel ist keine verdammte Anleitung, keine Anregung "es mal zu versuchen", sondern eine sehr fundierte und ausführliche Beschreibung dessen, was heutzutagen hierzulande tausendfach passiert.

Tief einatmen, ausatmen...


Desweiteren, das wissen die, die mich regelmäßig lesen, bin ich ein harter Verfechter des einzig richtigen Weges, das Tätowieren zu erlernen, nämlich den der Ausbildung in einem Studio. Jeder, der mich im Forum verfolg, wird auf mich und meine dahingehende Erklärung stoßen. Auch die, die es eigentlich nicht hören wollen.


Mit diesen Worten und dem Wissen, dass ich schon einigen Leuten den Zahn gezogen habe, dass Tätowieren mal nebenher ausprobiert werden kann, schließe ich diese Stellungnahme und hoffe innigst, dass diejenigen, die sich über diesen Artikel aufgeregt habe, sich das ganze nochmal objektiv durchlesen und ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass der Inhalt aufklärend, aber nicht anspornend ist.


Mit diesen Worten und einem noch nachklingendem Kopfschütteln über das leider immer noch zu elitäre Denken, dass alles, was mit dem Tätowieren zu tun hat, ein Geheimnis ist/bleiben muss, setz ich mich an den 2. Teil des Artikels. Ich hoffe ihr kommt damit klar, wenn ich die Hygiene umfassend erkläre, denn das Gefühl vor einer Zensurbehörde zu stehen langweilt mich zu Tode....


MFG Ralf

(Diese Erklärung steht hier öffentlich, weil auch der Artikel von jedem einsehbar ist. Wer mich hier nicht in der Com anschreiben kann, der kann es gerne über melanom@wildcat.info tun. Aber : Ich bin im Niveau zwar flexibel, aber auch ich habe da Grenzen. Also Meinungen tausche ich gerne aus, aber keine Beleidungen. Danke)
18.06.2009 12:20:38 / ... / ... [#lang]


Da habe ich mich doch erdreistet, einem Scratcher in sein GB zu schreiben, er möge es doch besser lassen mit der Tätowiererei, denn seine Arbeiten sind so dermaßen schlecht, dass sie es in Serie als Gurken ins TM schaffen würden. Ich übertreibe hier kein Stück !

Da ich keine Lust auf anonymes Gedizze habe und mit 100% hinter meiner Aussage stehe, habe ich mit meinem Namen und meiner Homebase gepostet.


Nun bekomme ich heute eine E-Mail, die mich darauf hinweist, dass beleidigende Inhalte (die Wahrheit kann so hart sein, wenn sie ein Außenstehender formuliert, dass es wie eine Beleidigung wirkt, wenn man dann bemerken muss, wie scheiße man wirklich ist....) und Werbung (ich sollte meine Homepage angeben, sagte die Site....) verboten seien und ich nun Post von seinem Anwalt bekäme.



Ok, ich fass mal zusammen :

Da ist einer, der kann es einfach nicht, tut es aber trotzdem. Verschandelt reihenweise Menschen, ohne Verantwortung zu zeigen. Dieser Pseudo-Tätowierer mein im Gegenzug allerdings, Kritiker anzeigen zu müssen.

Hallo ?

Stell dein GB ab, wenn du mit Kritik an deiner Scheiße nicht umgehen kannst, oder lern Zeichnen und/oder Tätowieren.

Wenn jemand scheiße kocht und ein Gast sich dann beim Ober beschwert, muss der Koch drüber nachdenken, ob er nicht was falsch gemacht hat und kann den Gast nicht anzeigen. Lächerlich.

Aber so ist das heute, jeder möchte mitmischen, aber wehe es gibt Kritik.

Ich würde die Seite gerne posten, aber das lass ich besser mal, wer weiß, ob dann nicht mit der GSG9 gedroht wird. looool

Das Bild habe ich aus Urheberrechtlichen Gründen rausgenommen, auch wenn ich nicht glaube, dass ein normaler Mensch freiwillig sagen würde "Hey, das ist mein Bild...." looool

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