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Tattoo-Index
19.05.2009 23:57:46 /
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Die Meinung der Expand zu dem Thema
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Die erste Werbetafel der Anti-Hepatitis-Kampagne "Hepatitis B? Am besten testen!" hat mich schmunzeln lassen. Warum ? Weil ich die dort abgebildeten Maniküre-Werkzeuge (Feile, Nagelschere..) genau so harmlos empfand, wie der Großteil der Bevölkerung wohl auch. Aber dann musste ich eben darüber schmunzeln. Darüber, dass ich das Infektionsrisiko nicht in solchen banalen Dingen vermuten würde, aber es eigentlich tun sollte. "hehe, da hamse mich gekricht..." (um euch einen kleinen Live-Einblick in mein Denken zu geben...loool)
Direkt an der nächsten Ecke aber kommt mir diese Werbetafel erstmal quer :
Ich habs direkt fotographiert, weil ich das bloggenswert fand. Mein erster Implus war "Schön die Vorurteile bestätigt...".
Aber sind es Vorurteile, die bestätigt werden ? Klar, wird da wieder etwas rausgegriffen, was schön Stimmung macht. Aber wenn man mal das Beleidigtsein darüber, dass wieder mal auf uns gezeigt wird, runterschluckt, bleibt etwas, was nicht von der Hand zu weisen ist :
TattooStudios kommen mit Körperflüssigkeiten in Kontakt und damit sind sie potentielle Umschlagsplätze für Hepatitis
B
. Und leider sind sich immer noch nicht alle Tätowierer darüber bewußt, dass es sich eben nicht nur über die Nadeln übertragen lässt, sondern auch über alles, was man mit kontaminierten Handschuhen anfasst. Plastik-Cover über nichtsterilisierbare und/oder austauschbare Gegenstände sind der einzige sichere Weg, sogenannte Kreuzkontaminationen zu durchbrechen. Aber leider sehen das immer noch viele Studios zu lapidar. "Das ist so unwahrscheinlich, dass sich jemand über das Kabel ansteckt..."
Schöner Satz, inhaltlich sogar richtig.
Aber es ist nicht die Wahrscheinlichkeit, die man der Entscheidung zu Grunde legt, ob man etwas sicherer machen muss, sondern die weitreichenden Konsequenzen, die ein eventueller Fall mit sich bringen würde : Ein Leben wäre dann versaut. DAS verhindern zu können, und sei es nur ein lächerlicher Fall unter Millionen, sollte Grund genug sein, auch die kleinste Möglichkeit auszumerzen, dass das passieren kann.
Vorurteile ? Ja, damit spielt die Kampagne...aber trotz allem gibt es diese Gefahr, auch in Tattoo-Studios. Beleidigt sein darüber, dass wieder wir dafür herhalten müssen, bringt nichts. Dass auch in Arztpraxen oft nicht auf Kreuzkontamination geachtet wird, steht nicht auf unserem Blatt. Auf unserem Blatt steht "Macht es besser, seid Vorbilder !". Wie schön wäre es, wenn wir mal dadurch auffallen würden, dass wir unsere Profession besonders sicher durchführen, anstatt zu heulen, dass es die anderen ebenfalls falsch machen.....(so wie ich im ersten Impuls auch gedacht habe...)
BTw...Heute ist Welt-Hepatitis-Tag
...Nützliche Links :
Hepatitis bei Wiki
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Hepatitis B bei Wiki
![[DE]](/images/flags/DE.gif)
Artikel zum Welt-Hep-Tag auf www.aerztezeitung.de
![[DE]](/images/flags/DE.gif)
www.HepB.de
Artikel über Hep-Impungen auf NetDoktor.de
18.05.2009 21:00:56 /
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Eigentlich wollte ich was lustiges schreiben, aber mir ist heute nichts eingefallen. Kommt selten vor. Vor allem, wenn es sonst ein so smoother Tag war, wie der heutige. Aber irgendwie kommt in meinem Kopf keine Zote unter ihrem Stein hervor gekrochen, wie ich es sonst gewohnt bin.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich heute so viel nachgedacht habe. Über dies und das, aber auch viel über einen Vorfall, der sich innerhalb des Umfelds meiner Kinder abgespielt hat. Zwei Schüler, einer in der Stufe meiner Tochter, einer in der meines Sohnes, haben sich über ein Internet-Portal gestritten. Bis hierhin kommt mein Verständnis auch noch mit, denn son Online-Beef kann echt auch Laune machen. Aber den dreizehn- und fünfzehnjährigen Jungs reichte das wohl nicht, sie meinten das im RealLife klären zu müssen. Hier fängt meine Auffassungsgabe das erste mal an, sich quer zu stellen. Das Internet, mit all seiner sprachlichen Auswüchse, kommt mir mittlerweile vor wie ein Riesenhaufen angeleinter Hunde. Da werden sich im vermeintlichen „Normalton“ schon Wörter um die Ohren gehauen, dass man denken könnte, man würde mit Sido oder Bushido chatten. Kein Wunder, dass dann die Aggressionen irgendwann überschwappen. Gut, ich versuche die Wut zu verstehen, die entsteht, wenn man mit der Tastatur beleidigt wird. Kenn ich ja auch, habs lange Zeit regelrecht kultiviert in meiner Community. Beef ist ein Bestandteil dessen, was mir lange Zeit am Netz Spaß gemacht hat, Teil der Kommunikation. Klar, bei uns im Forum ist das die Regel, dafür ist unser Forum ja auch da. „Gibs ihm, er gibt’s dir ja auch…“ ist das Motto. Aber das bleibt dann virtuell und hat immer noch einen augenzwinkernden Humor.
Aber zurück zu den Jungs. Denen war Tippen nicht mehr genug, nicht mehr dem Hass angemessen genug. Also beschlossen sie, dass man das Ganze real austragen müsste. Hier kommt für mich natürlich der Punkt, wo ich sagen muss : Wie dämlich, sich über Geschriebenes, was zudem noch einer gewissen Netz-Streit-Kultur unterliegt, so aufzuregen, dass man meint handgreiflich werden zu müssen. Nichts anderes birgt so eine RL-Treffen, denn alles andere als Gewalt könnte man auch weiter online durchführen. Hier wäre für mich der Punkt, wo ich mich für die Vernunft entscheiden würde.
Na gut, die beiden sind dem Impuls gefolgt. Nun aber zu dem Teil, der nicht mehr nur schwer zu verstehen ist, sondern einfach unglaublich scheint. Ich mache es kurz, auch weil ich den genauen Ablauf der Auseinandersetzung nicht kenne. Einer der beiden, ich meine es war sogar der ältere, hat ein Messer gezogen und damit auf den anderen eingestochen.
Ich mein, noch mal zum Mitschreiben : Die beiden sind nicht einmal 16Jahre alt und der eine attackiert den anderen mit einer tödlichen Waffe. Ich muss hier noch mal erwähnen, dass es sich bei der Schule, auf die die beiden gehen,, wie auch meine Kinder, nicht um eine BrennpunktHauptschule handelt, sondern um eine relativ neue Gesamtschule mit gutem pädagogischen Ansatz. Also (eigentlich) keine sozial benachteiligten, (eigentlich) keine sozial vernachlässigten Schüler, deren Gewaltschwelle laut Bild eher niedrig liegt.
Was ist los bei einem 15Jährigen, der den Tod eines Mitschülers in Kauf nimmt, nur weil er sich mit Widersacher im Netz gestritten hat ? Was ist das für ein Verhalten ? Wie kann jemand in dem Alter schon so verroht sein, dass er eine Stichwaffe für „normal“ hält ?
Ein Messer habe ich in all den Jahren, die ich mit Subkulturen in den Straßen verbracht habe, nicht zu Gesicht bekommen. Klar, ich kannte Menschen, von denen ich wusste, dass sie ein Messer ziehen würde. Aber das waren immer schon Wixer. Feige Wixer. Das waren dann aber auch Erwachsene mit längerer krimineller Vergangenheit. Menschen, die sich jegliche Ethik weggeprügelt, weggesoffen oder anderweitig sozial verblödet waren.
Aber dass Kinder, die ihr eigenes Leben nicht mal im Ansatz genossen haben, anderen das selbige nehmen würden, wegen einer Streitigkeit…Das ist asozial. Und zwar nicht das „asozial“, was jeder gerne in den Mund nimmt (ohne es wirklich zu verstehen..), sonder im wörtlichen Sinne unsozial, sodass ich nicht denke, dass solche Menschen überhaupt für das soziale Miteinander geeignet sind.
Ich will hier gar nicht die Frage aufwerfen, wer die Schuld an solcher Rohheit trägt, da kommen zu viele Faktoren zusammen, die dann wiederum in jedem individuellen Fall anders zum Tragen kommen, dass es einfach nicht „einen Schuldigen“ gibt. Aber es ist nicht die Schuldfrage, die mich hier am Ende meines Textes wurmt…..es ist eher folgendes :
Haben die Menschen keinen Respekt mehr vor dem anderen ? Wo ist der Respekt vor dem Leben, dem Glück, der Gesundheit des anderen ? Was ist so schwer an der Tatsache zu begreifen, dass man jeden anderen Menschen so behandelt sollte, wie man selber behandelt werden will ?
Nein, da wo es einem passt, setze man selber die Grenzen des anderen dort, wo man sie selber bei sich niemals erlauben würde. Der eigene Vorteil ist in den Mittelpunkt gerückt, das Miteinander ein Fremdwort. Gerne wird damit argumentiert „das hat man mir auch angetan..“ oder „..ich habe nicht angefangen..“…
Aber das sind keine Argument in Anbetracht der Tatsache, dass man selber aber nicht so behandelt werden will, selbst wenn es einem selber so widerfahren ist. Wohin das führt, wenn sich Sachen immer unreflektiert hochschaukeln, kann man in der Dortmunder Tageszeitung nachlesen…oder in der Krankenakte eines Mitschülers meines Sohnes…
Ich wünschte, es wäre nicht so. Ich wünschte das Denken würde mal wieder „in“ sein….
17.05.2009 13:01:32 /
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Da ja hier anscheinend voll der Wochenend-Stillstand zu sein scheint, kann ich ja noch ein musikalisches Juwel hinterherbolzen.
Nick Cave And The Bad Seeds - Weeping Song (live)
Nick Cave und Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten verbindet eine langjährige kräftezehrende (loool...laut E.N.Biographie) Freundschaft. Cave ist in den 80gern unter anderem auch wegen der musikalischen Fruchtbarkeit des E.N.-Umfelds nach Berlin (damals noch West-Berlin...die jüngeren können einfach mal nach "Mauer" googeln..lol) gezogen. Steht bei den Neubauten Blixa schon immer als charismatische Frontfigur im Mittelpunkt, so scheint es ihm keinerlei Probleme zu bereiten, bei den Bad Seeds Nick Cave diese Position zu überlassen. Neurosenlos, so wie ich es mag ;-)
