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Profil von: melanom
zuletzt online: 02.02.2012
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25.07.2008 00:08:10 / ... / ... [#lang]

Hehe...da ich noch nicht weg bin, dachte ich "Guckste nochmal in die Blogs...."

Und was muß ich sehen ? Nur Kack-Sülz-Musik hier (von Faith no More abgesehen)....also schnell mal gegenlenken. ;-)

Atari Teenage Riot - Deutschland (Has Gotta Die)





Alles andere als ein LoveSong...lol


Atari Teenage Riot
24.07.2008 12:38:30 / ... / ... [#lang]

War es das ? Waren wir, die nach den Seefahrern, Bikern und KernSubkulturen die ersten waren mit Tattoos, nicht auch die ersten, die sich über mangelnde Akzeptanz mokiert haben ?

Ich gehöre wohl noch zur Randgruppe „Asozial“, die mit den Tattoos auch schocken wollten. Klar, Interesse an der Materie Tattoo war auch einer der Auslöser für den neuen Faible, aber auch das Nacheifern von Subkultur-Vorbildern. Meine Idole waren tätowiert, ich wollte auch mich dem zuordnen, was nicht mit dem Strom schwamm. Nicht so wie alle anderen sein.

Und heute ? Ist es heute nicht fast schon die Ausnahme, überhaupt nicht tätowiert zu sein ? Ich muss eingestehen, dass meine Sicht da sehr gefiltert ist. Ich habe fast nur mit Menschen zu tun, die entweder tätowiert sind, oder zumindest selber von Tätowierten umgeben sind. Aber trotz allem ist es heute, war in dem Boom Ende der 90ger noch mehr, „In“ tätowiert zu sein. Es gibt auch ganze Gruppen, oft alters- oder gesellschaftsschichtgestaffelt, die überhaupt nichts mit Tätowieren anfangen können. Aber auch da bestätigt die Ausnahme die Regel. Oft tritt die Ausnahme in dem jeweiligen Bekanntenkreis regelrecht eine Lawine los. Ist erstmal einer tätowiert, folgen oft andere bzw. ändert sich dann in diesem Kreis die Sicht der Dinge. „Ach, mein bester Freund/Cousin/etc. ist auch tätowiert“….

Lange habe ich das für lästig befunden. Logisch, denn sie haben mich meiner Möglichkeit zu schocken beraubt. Wie soll ich mich noch ausgrenzen, wenn alle „mein Spiel“ spielen ? ;-)

Aber je mehr ich mich damit abfinde, dass sich Zeiten und Menschen ändern, desto objektiver kann ich die Entwicklung betrachten. Im Berufsleben des „Normalen“ hat sich auch einiges geändert. Klar, in der Bank, in Sevice-Berufen, ist eine offensichtliche Tätowierung immer noch nicht gerne gesehen, aber das wiederum ist verständlich, denn jeglicher Kunde, der Anstoß nimmt, ist aus Sicht eines Betriebes einer zuviel. Es gibt Berufe, da ist Neutralität das oberste Gebot. Bei der Berufskleidung schreit schließlich auch keiner „Ich werde unterdrückt!“, nur weil er sein Punkrock-Shirt nicht als Oberkellner/Bankangestellte/etc. tragen darf. Da ist es nur eine logische Schlussfolgerung, dass auch Tattoos diese Neutralität stören. Hier muss auch der Tätowierte mal Toleranz zeigen.

Aber zurück zum Kern des Pudels des Problems ;-)

Trotz der Einschränkungen im Berufsleben wage ich zu behaupten, dass es eine steigende Akzeptanz gibt. Tattoos gehören zum Alltagsbild. Mal ein kritischer Blick im Supermarkt, mal vllt auch mal herablassende Reaktionen. Aber HEY…das war früher viel viel schlimmer. Heute können echt alle froh sein, dass es so ist wie es ist.

Und das überwiegt für mich die schlechten Seiten der Entwicklung. Wo die für mich liegen ? Zum einen der oben genannte Raub meiner Auflehnungsmöglichkeiten (lol…will ich mich heute überhaupt noch „ausgrenzen“ ? ja, son bissel schon, aber das geht auch anders), zum anderen ist innerhalb dieser Szene, die man gar nicht mehr so bezeichnen kann, die Gesellschaft mit ihren schlechten Eigenschaften eingezogen. Früher gab es kaum Intoleranz innerhalb der Gemoddeten. Da wurde sich gemocht, weil man in dem anderen Tätowierten, auch wenn er viel extremer/weniger extrem tätowiert war, eben einen Gleichgesinnten gesehen hat. Heute ist das anders. Zusammenhalt ist vorbei, da wird hemmungslos über den anderen hergezogen, ausgegrenzt und diffamiert, nur weil man den anders modifizierten nicht versteht/verstehen will.

Aber das ist für mich der einzige Nachteil. Dafür bekommen haben wir durch die Vergrößerung der „Szene“ mehrere monatliche Magazine, eine florierende Industrie, verbesserte Bedingungen in Studios, Präsenz in den Medien zur besten Sendezeit, Künstler einen Rockstar-Status, viel mehr gute Künstler und einem damit einhergehenden Riesenschritt nach Vorne, Akzeptanz im Alltag, Anerkennung in Kunstkreisen, Sicherheit in der Farbherstellung und viel beständigere Farben, und und und….

Für das, was uns die Masse damit gebracht hat, kann ich vergessen, dass es nun auch innerhalb der „Szene“ ganz kleine Tellerränder gibt, die denken sie hätten die Weisheit mit Löffeln gegessen.

Vor allem weil ich weiß, dass WIR die Straße asphaltiert haben, auf denen der Mainstream heute dahinrast…..


Genug der schlauen Worte, der literarische Tattoo-Blog macht eine Woche Pause, das bösartige Melanom entspannt sich 7Tage mit seinen Kindern bei den freundlichen Nachbarn, wo die Frauen Holzschuhe tragen. Währendessen schreibt es einen Artikel über die Beweggründe beim Tätowieren und hofft, dass die Admins den dafür verfassten anonymen Fragebogen für die User programmiert haben ;-)

Eigentlich war geplant, erst den Fragebogen loszutreten, um darauf den Artikel aufzubauen, aber vielleicht schreibt ich erst den Artikel und lässt dann noch mal eine Auswertung der Beweggründe innerhalb der Community folgen…alles kann, nichts muss…und ich weiß noch nicht, wie weit ich im Urlaub komme ;-)

Aber ich glaube, es wird euch gefallen…

See U in Sieben Days

23.07.2008 20:55:44 / ... / ... [#lang]

Die Fifty-Fifty-Chance…


Ich hab zwei völlig gleich aussehende Schlüssel an meinem Schlüsselbund. Kann man keinerlei Unterscheidung machen…geht nicht…

Also hab ich ja theoretisch eine 50/50-Chance, den richtigen Schlüssel zu treffen, wenn ich einen von beiden brauche. Aber ich schwöre, es ist nicht so, dass ich zu 50% den richtigen Schlüssel treffe. Echt nicht.

Es hat damit angefangen, dass ich mir ein Spiel draus gemacht habe, ob ich wohl den passenden Schlüssel treffe. Da mir irgendwann auffiel, dass ich eher den falschen als den richtigen auswähle, habe ich angefangen zu zählen. Und was soll ich sagen ? Die verfickte „FiftyFifty-Fee“ bescheißt mich. Das ist doch nicht richtig so, ich bin doch ein guter Mensch, warum fickt mich dann die Wahrscheinlichkeit ?

Ich hab mal ein Buch gelesen, da wurden Versuchsanordnungen beschrieben, wo ein Zufallsgenerator, der im Normalfall von 10000Versuchen 5000Mal „0! Ausspuckt und 5000Mal „1“. Den hat man in eine Miniatureisenbahnspur eingebaut, wo er eine Weiche regeln sollte. Angeblich, ich war ja nicht dabei, hat dieser Generator immer, egal wie herum man ihn eingebaut hat, immer im Schnitt eher die für den Zug kürzere Strecke gewählt. Als wenn der Zug, bzw. die Versuchsanordnung Einfluss auf die Entscheidung des Generators hätte. Erklären konnte man das nicht.

Ist das bei mir auch so ? Bin ich ein kleines Licht in einer dämlichen Versuchsanordnung ? Bin ich nur der Generator und das verfickte Türschloss beeinflusst mich ? Das will ich nicht, ich will frei entscheiden, nicht 170Gramm Metall nachhecheln.

Was ich machen könnte, wäre einen Schlüssel auswählen, so tun als ob…und dann den anderen nehmen. Dann würde ich mich, falls es was bringen würde, mich besser fühlen. Dann hätte ich die Fee gefickt.

Aber was, wenn ich wieder nur so 3-4Mal von 10Versuchen den richtigen Schlüssel treffe ? Das könnte dann nicht mit rechten Dingen zugehen.

Ich käme wahrscheinlich zu dem Schluß, dass es doch irgendeine über mir stehende Macht geben muss, die mir was zeigen oder beweisen will. Um Gottes Willen, das wäre die Zerstörung meines agnostischen Weltbildes. Das wäre noch schlimmer als 35% Treffer…


An die übergeordnete Macht/An Gott :


FICK DICH, ich kauf mir farbige Schlüsselringe…..


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