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Profil von: melanom
zuletzt online: 22.05.2012
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Profil Nr.: 53858


23.12.2011 21:02:54 / ... / ... [#lang]

Einfache Sachverhalte, einfache Lösungen...Junge unglücklich, weil er sich mit seiner Insulinpumpe "anders" fühlt..also legen die Eltern nach und lassen sich ne Pumpe tätowieren...sweet...made my day !

Gefunden auf www.hornoxe.com im Picdump...

imgdbpump up the jam !



Frohe Feiertage !
03.12.2011 06:40:24 / ... / ... [#lang]



Seit ein paar Monaten, oder vielleicht schon ein oder zwei Jahre, taucht immer mal wieder ein Bild von einem auf einem Arm-Stumpen tätowierten Delfin im Netz auf..dank BME bin ich auch die Hintergrundgeschichte gestoßen und möchte hier ein paar Worte dazu verlieren, auch weil ich Reaktionen wie "krank" oder "wie kann man nur" dazu lesen musste, wenn es wo im Netz auftauchte.

imgdb.. ..Los Flipper, hol Hilfe..."wau..wau.." (copyright by Valio Ska)



Heine Braeck, 33 Jahre alt, hat seinen rechten Arm in seiner Jugend bei einem Unfall verloren. Gliedmaßen zu verlieren ist wohl immer etwas, was sehr einschneidend (man verzeihe mir hier den Grinser) im Leben ist. Um so schlimmer muss es sein, wenn es direkt der ganze Arm ist und man mit diesem Handycap schon durch die ganze Jugend muss. "I hated my stump!" sagt Heine Braeck hierzu und ich glaube ihn verstehen zu können. Ich weiß nicht, ob man sagen kann, was "schlimmer" ist, aber nach meinem Gefühl wiegt ein amputierter Arm negativer, als ein amputiertes Bein.

Wie auch immer, jedenfalls beschloss Heine, sich diesem gestörten Verhältnis zu seinem Stummel zu stellen und das beste draus zu machen, in dem er die eh schon sehr an einen Delfin erinnernde Form für ein Tattoo nutzte. Als Künstler suchte er sich "Valio Ska" von "SofiaInk Tattoo Shop", der ihm aus dem Roh-Delfin einen sehr geilen, sehr plastischen Delfin zauberte. Neben der vom Stumpen vorgegbenen Form, lebt dieses Tattoo in erster Linie von dem der originalen Farbe eines Delfins sehr ähnlichen Farbton, zum Anderen von den mit Weiß sehr geil herausgearbeiteten Falten um die Augen. Alles in Allem ein echt gutes Tattoo.

Artikel in THE SUN-online

Nun zu den Hatern : Haters gonna Hate...das weiß ich auch, also sollten mich die dämlichen Kommentare, die man unter jedem Artikel, den man in den letzten Monaten über diese Tattoo lesen konnte, nicht stören, aber ich möchte hier trotzdem mal drauf eingehen. Dabei nehm ich einfach mal die "üblichsten" Hater-Haufen, und interpretiere sie einzeln :

"Wie kann man nur?"

Nun gut, erste Reaktion wäre : Mit einer Tattoomaschine Dummchen...aber letztenendes mal im Ernst, wer passt denn nicht seine Tätowierung der Körperform an ? So macht man über dem Steiß ne Schwalbenform, um den Ellebogen was etwas rundes, auf die Finger vier Buchstaben und so weiter..sprich, man nutzt, was man hat...und nichts anderes macht Heine hier mit seinem Arm. Wenn eine Form das so vorgiebt, kann man doch den eh schon vorhandenen Flipper-Rohling nutzen...ach was sage ich, man MUSS es so machen..lol

"Das ist krank!"

Oh, das "Argument" liebe ich in jeglichem Zusammenhang. Zum einen : Wer entscheidet das, was "krank" ist ? (jeder spitzfindige Psychologe kann jegliche Bodymod zu einer Verstümmelung hochstilisieren...wo zieht wer die Grenze ?) ...und hier kommt etwas sehr wichtiges noch dazu : Dieser Mensch leidete lange unter seinem Stumpen, hätte sogar real über diesen Verlust "krank" werden können. Sprich : dieses Tattoo ist für ihn nicht "krank", sondern die Heilung seines Problems.

Aber hier ist es, wie so oft in unserer Welt, so, dass man sich aus seinem subjektiv gesunden Fenster weit rauslehnt, ohne auch nur ansatzweise den Versuch zu starten, eine Situation aus der Sicht dessen, den sie betrifft, zu verstehen. Für viele Menschen heutzutage sind Tätowierungen nur Modeschmuck, etwas, was man sich zulegt, weil es die anderen haben und man nicht außen vor sein möchte. (ist übrigens ein Thema für einen weiteren Artikel, darauf einzugehen, täte hier den Rahmen sprengen...folgt aber). Ist es nicht eher krank, sich modifizieren zu lassen, weil es grade "in" ist, um später zu merken, dass es auch "out" sein kann ?

Hier nutzt einer eine Tätowierung, um sich selber wieder wohl zu fühlen, um etwas, was man ihm genommen hat, wieder zu bekommen, nämlich einen gesunden Bezug zu seinem Körper. Das finde ich mehr als "gesund".

Leider ist es so, dass man über solche Dinge als Nicht-Betroffener nicht spricht, man auch anerzogen bekommt, dass man da nicht hinguckt. Und so kann ich nur vermuten, dass darin ein Grund liegt, warum so viele Menschen negativ darauf reagieren. Sie werden nun gezwungen, hin zu gucken, sich damit auseinander zu setzen. Und da müssten sie nachdenken, müssten versuchen, sich in den anderen hinein zu versetzen..aber das könnte Selbstreflektion auslösen, was verhindert werden muss. So ist das Haten hier fast schon Selbstschutz..wie so oft im Leben....


Abschließend möchte ich noch loswerden, dass ich auch schon Tätowierungen machen DURFTE, die dem Träger Teile ihres Körpers wieder näher bringen und ich muss gestehen, dass es den Trägern oft sehr nahe geht und man als Tätowierer dann ebenfalls sehr gerührt ist, wenn man merkt, dass man demjenigen grade echt was gutes getan hat. Ich kann für solche Situationen nur sehr danken, denn ich habe dabei auch was gelernt, denn diese Menschen versuchen an sich selber zu arbeiten, statt ihre Probleme in sich hinein zu fressen, um sie dann an anderen aus zu lassen..wie die ganze Hater, die sich in der realen und virtuellen Welt herum treiben und Anderen auf Grund ihres mentalen kleinen Pimmels auf den Sack zu gehen...Amen.





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