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16.09.2008 20:16:45 /
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…wenn man erstmal ne Fahrkarte hat ;-)
Diesen Fahrschein braucht man dringlichst zum legalen Benutzen des Zuges. Ohne gültigen Fahrschein dürfen nur Bundesbahnangestellte, Staatsknechte (Zoll, Cops und so weiter), auf dem Zugklo abgekackte Junkies und professionelle Schwarzfahrer die Schienenpfeile benutzen.
Natürlich ist es dann der einfachste Weg, den Beförderungswilligen den Erwerb einer Fahrkarte möglichst einfach zu machen. Ja, das klingt logisch. Welcher Idiot würde das, was er verkaufen will, auf das oberste, hinterste und wackeligste Regal stellen ?
Die Bahn…ja die Deutsche Bundesbahn würde das tun. Und sie würden auch noch das, was sie verkaufen wollen festnageln.
Wenn du ein Ticket kaufen willst, hast du mehrere Möglichkeiten. Die erste ist so einfach, dass es eigentlich ohne Probleme funktionieren müsste : Der Fahrkartenschalter….
Der imaginäre Idealfall wäre, dass die Bahn gut gelaunte, kompetente und in ausreichender Zahl vorhandene Angestellte an ihre Schalter setzt würde, die dann einfach Fahrkarten verkaufen. Ist aber anscheinend nicht so einfach. Denn dieser Idealfall ist imaginärer als das Alter von Brigitte Nilsen.
Die Bahn hat sich da was viel viel tolleres ausgedacht : Automaten, die dir rein theoretisch alles das verkaufen können, was du als Bahnkunde haben möchtest. Nun ist aber das Menü dieser Automaten genau so durchschaubar, wie das Rabattsystem der Bahn. Oder anders gesagt : Du guckst eher durch ne Bunkerwand, als dass du durch das System dieser Automaten kommst. Ist sogar völlig egal, ob das Menü auf „Deutsch“ steht, oder auf „Mittel-Bengalesisch“..
Ich kann mich dran erinnern, dass ich mal im Weihnachtstrubel mit meinem Sohn in den Dortmunder Bahnhof kam, wo die Bahn schlauerweise kurz vorher diese Wunderautomaten aufgestellt hatte. Ergebnis war, dass die komplette Bahnhofshalle voller Weihnachtstouris war, die verzweifelt an diesen Automaten ihr Glück versuchten. Sehr schön…Hab dann im Zug den Zugbegleiter angesprochen, ob das vielleicht eine Drecksidee gewesen wäre. Der meinte aber, dass die Menschen sich an diese Automaten gewöhnen würden. Dieses „Gewöhnen“ sieht aktuell so aus, dass an diesen Automaten immer „Automaten-Guides“ stehen, die einem helfen. Geil..Automaten aufstellen, um Personal zu sparen und dann neben die Automaten Extrapersonal stellen müssen.
Wo war noch mal Schilda ?
Die zählen glaube ich auf mich, der sich immer wieder Seltenfahrern zur Seite stellt, wenn es die Zeit zulässt. Denn die Automaten-Guides sind nicht immer dort, wahrscheinlich müssen die auch mal zwischendurch am Schalter den SchalterHiwis den PC erklären. Unmöglich ist nichts….Toyota..lol
Wenn ich nicht immer wieder Touris am Automaten ne Karte „erspielen“ würde, gingen die Einnahmen der Bahn merklich zurück.
Ich denke ernsthaft drüber nach, ob ich nicht Tantiemen nehmen sollte. Pro durchs Menü geführten Touri würde ich 10% des Ticketpreises haben wollen. Dann wäre ich spätestens übernächsten Mittwoch reich…looooool
Oder ich mach ne Automatenschule auf, direkt vorm HBF. Kannste dann schön für 12,60€ nen 1Stunden-Kurs machen, der es dir selber ermöglicht, ne Karte zu ziehen, ohne auf die verstockte DB-Stasi zurückgreifen zu müssen.
Hach, ich merk schon, die Möglichkeiten aus der Automaten-Misere Kapital zu schlagen, sind vielseitig, ich mach mir mit dem immensen Wissen von diesen Automaten keine Sorgen mehr um meine Zukunft…ich hab ausgesorgt…ich werd Mittwoch in einer Woche spätestens reich sein.
Gott hat mich erhört….und hoffentlich fährt er Bahn…looooool.
16.09.2008 11:29:02 /
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Meistens ist es so, dass ich mir irgendwas so lange angucke, bis es mir so auf den Sack geht, dass ich drüber schreiben muss. Was ich allerdings heute beschreibe, hab ich über Jahre erstmal analysiert, um die tiefsitzenden Mechanismen zu verstehen.
Dabei geht es um eine Verhaltensweise, die den meisten von uns vertraut ist, nämlich das Reindrängeln in die Bahn, bevor die anderen Fahrgäste aussteigen können. Es begegnet uns fast überall, in jeder Stadt : Die Bahn, sei es U-, S- oder StraßenBahn, fährt ein, es öffnen sich die Türen und noch bevor einer aussteigen kann, schiebt die Meute sich schon ins Abteil.
Ist bisschen so, wie nen Schuh anziehen, wenn noch ein Fuss drinsteckt, oder beim Kacken ein Zäpchen einführen… Wie bei einer Befruchtung die Samenzelle nur eins kennt, nämlich das Ziel „Komme da wer wolle, ich bin der erste..“, so kennt der Rentner in dieser Situation auch nur noch den verbitterten Kampf um den Sitzplatz. Aber im Gegensatz zum Sperma, sollte der Bahnfahrende den Weg raus auch zu gut kennen. Kennen sie auch, motzen auch gerne beim Aussteigen auf die anderen Grannies, die reinwollen. Aber der Zusammenhang mit ihrem eigenen Einsteigen scheint nicht erkennbar.
Ich vermute echt, es ist ein Reflex, den man nicht kontrollieren kann. Die U-Bahn-Vagina öffnet sich und das Rentnergehirn schaltet sofort die überlebenswichtigen Mechanismen an…
„Ich muss meine Sitzplatz vor den anderen erreichen…ich muss…..“
Die austretenden Menschenmassen werden geschickt überrumpelt, oder gar geschubst. Ist die austretende Masse zu groß, wird sich einfach dumm glotzend vor die Tür gestellt und eine Art Totenstarre tritt ein. Das hat man sich vom Opossum abgeschaut.
„Ich komm nicht weiter, na dann stell ich mich erstmal tot…“
Gefährlich wird es für die Aussteigewilligen dann, wenn versucht wird, gegen den Widerstand anzukämpfen. Gewalt ist da das nächste Mittel, was die U-Bahn Wehrmacht gegen Behinderung beim Einmarschieren benutzt. Da wird son Abteil zu Polen, Oma Trude zum Feldwebel und dann geht’s ins körperlich/verbale Gefecht. Ich habe von Rentnern beim Entern einer U-Bahn schon Kampfschreie gehört, das glaubt mir keiner.
Ich glaube, die haben Traininslager, wo sie nachts üben. An Übungsabteilen wird dort das schnelle Einmarschieren so lange geübt, bis die mit Katzenfell und Doppelherz bewaffneten Grannie-Einsatztruppen fit für den Türenkrieg sind.
Und dann werden sie zu ausgeklügelten Zeiten von Hauptquartier ins Rennen geschickt. Der Zeitplan ist wichtig, damit es auch lohnt. Wenn der Berufsverkehr so richtig am Kochen ist, sind Türangriffe besonders ruhmreich. Ein gestürmter Wagen zählt zwischen 8 und 11Uhr Morgens doppelt, ein Schulbus kapern gibt das Abzeichen „Goldene Schiebetür am Band“ !
Eine voll ausgebildete Klosterfrau-GSG9 würde es sogar schaffen, bei ner Neueröffnung eines Mediamarktes in der Ukraine unbeschadet durch die einstürmenden ersten 5000Menschen locker raus zu marschieren.
Was bleibt normalsterblichen Menschen, wenn sie auf solche militanten Rentner treffen ?
Einfach auf den Boden legen und auf Hilfe warten…denn gegen die HellGrannies haste nie nur den Hauch einer Chance….
Der zweite Teil über die Gefahren des Bahnfahrens kommt bald. Titel „Ohne Handy mit schlechtem Deutschrap oder „Andere Kultur“-Musik biste verloren…“
11.09.2008 11:44:05 /
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Der Mann und das Boot…(oder : Höllische Nachbarn...)
Es gibt Geschichten, die reißen einem fast Risse ins Gesicht vom Lachen. Ich mag aber auch die, die einem die andere Seite des Lebens vor Augen halten. Nun hab ich da eine, die ich echt erzählenswert finde. Sie ist jemanden real (das ist das, was sich auf der anderen Seite der Haustür befindet, lieber User..lol) passiert und dient mir als Grundlage für folgende Story :
Wieviele Splitter es über die letzten fünf Jahre verteilt wohl gewesen waren ? Unzählige…Ungefähr. Nun gut, jetzt ist es fertig. „Rentner-Arche“ hatte es seine Frau mal genannt, aber hinter dem kleinen Zank konnte man den Stolz schwingen hören. Er hat es echt wahr gemacht mit dem Boot. Und bei Gott, es ist so wunderschön geworden. Und fast pünktlich, nur die letzten anderthalb Jahr war er Rentner und damit Vollzeitbootsbauer. Davor ging die Arbeit am Boot nur am Wochenende. Da er viel mit der Hände Kraft gemacht hatte, konnte der Nachbar selbst Sonntags in Ruhe im Garten sitzen, ohne der Heulen eines Schleifgeräts lauschen zu dürfen. Immerhin muss er ja mit dem Boot noch durch Nachbars Garten, noch ein Grund mehr, es sich nicht mit ihm zu verscherzen. Er lacht in sich hinein, nun kann er endlich mit seiner Frau die Welt bereisen. Na ja, was heißt „Welt“ ? Eher die deutschen Gewässer und, wenn es klappt, noch das Binnenmeer der freundlichen Nachbarn im Westen. Aber wer weiß…Wer weiß, wohin es ihn noch verschlägt. Nun kann er ja…
Voraus gegangen waren diesem geistigen Stapellauf unzählige harte Stunden Arbeit. Fast fünf Jahre hatte er jedes kleine Fitzelchen Freizeit in dieses Boot gesteckt. Es gab Phasen, da war das Ganze schon fast mehr Belastung als Projekt. Belastung für seine Gesundheit, Belastung für seine Beziehung. Wäre es nicht fertig geworden, hätte er sich das aber nie verziehen, also hat er das alles in Kauf genommen.
Nachdem er sich dabei erwischt hat, wie er geschlagene zwei Stunden seelig in der Garten gestarrt hatte, musste er wieder lachen. Aber nun reichts, es dämmert schon lang. Sie würde auch gleich heimkommen, also geht er rein, macht schon mal einen Wein auf, denn das muss gefeiert werden. Für den Nachbar hat er auch schon vor einigen Monaten einen richtig guten Wein besorgt. Würde er morgen übergeben, als Dank für dessen Geduld. Und die Bereitschaft, für ihn seine Hecke an einer Stelle zu öffnen. Die ist in paar Minuten wieder eingebuddelt, der Zaun sollte ebenfalls recht schnell wieder montiert sein. Ob er sich für ihn freut ? Manchmal hatte er schon das Gefühl, er würde ein wenig neidisch rüberschauen. Ob er wohl mal mitfahren will ?
Die Tür wird mit einem Schlüssel geöffnet…Zeit hier auszublenden lieber Leser, den privat ist privat…
Er drückt den Klingelknopf, die Flasche hatte er heute morgen noch von seiner Frau schön einpacken lassen. Die kann schönere Kringel aus Paketzierband machen. Wenn er das versucht, hängen die Enden einfach schlapp runter. Aber man muss nicht alles können. Es dauert, bis die Tür sich öffnet. Aber eigentlich ist der Nachbar Samstags doch immer Zuhause. Ah, er sieht einen Schatten durch die Milchglasscheibe auf ihn zugehen. Schon beim Öffnen der Tür spürt er, dass irgendwas nicht richtig ist. Unfreundlich ist er nicht, aber er hat so einen komischen Gesichtsausdruck, lacht aber irgendwie….Er weiß nicht, was er davon halten soll. Vielleicht hat er ihn doch gestört ? Egal, nun ist er drin, übergibt die Weinflasche und erzählt stolz, dass er nun endlich fertig ist. „Ach was..“ war zwar nicht die Antwort, die er erwartet hatte, aber das ist nun auch egal. „Was meinst du denn, wann wir das Boot durch deinen Garten holen können, muss ja den Hänger dafür holen.“ waren die letzten Worte, die er ohne Stechen im Herz sagen sollte….
„Ach weißt du, ich habe mir das überlegt und habe doch keine Lust, für so ein Boot meinen Garten umzugraben….“
Den Rest des Gespräches bekommt er nur noch wie durch einen Schleier mit. Er weiß nicht mal mehr genau, was er geantwortet hat. Aber die Entscheidung des Nachbarn stand fest. Ein klares „NEIN“ zur einzigen Möglichkeit, sein Boot aus dem Garten zu bekommen. Wieder Zuhause überlegt er. War habe ich ihm getan ? Warum macht er das ? Es war doch abgesprochen. Und je mehr er überlegt, desto mehr kommt er zu dem Schluss, dass er es aus reiner Boshaftigkeit getan hat. Neid kann ein Riesenarschloch sein. Und er denkt an die vielen Stunden der letzten Jahre, die der Nachbar grinsend über die Hecke geguckt hat. Wohl schon mit dem Wissen, ihm seinen Traum mit einem Grinsen im Gesicht kaputt machen zu können. Einen zweiten Versuch, dass ganze „unter Nachbarn“ zu regeln, hat der Nachbar direkt abgeblockt.
Die nächsten Tage waren schlimm. Es flossen viele Tränen, seinen Schwiegersohn musste er von einer Gewalttat abhalten, denn dieser erkannte sofort die verletzende Art und Weise des Nachbarn als vorsätzliche Schikane. Alle Versuche, eine andere Möglichkeit zu finden, das Boot anders aus der Garten-Werft zu bekommen, scheiterten an den Gegebenheiten. Vor dem Haus war kein Platz für einen Kran, links und am Kopfende des Gartens Gefälle und Bäume.
Da saß er nun auf der Terrasse und guckt auf seinen Traum. Ein Boot im Garten…Wer hat das schon ? Aber auch wenn er mit dieser Situation versuchte sarkastisch umzugehen, so hat es ihm jedes mal sehr weg getan, das Boot sehen zu müssen. Der Nachbar ? Der ging ihm nicht mal aus dem Weg. Das Grinsen war nicht gespielt….
Sie merkte schnell, dass es ihn brechen würde. Er wurde leiser, seine Fröhlichkeit kam nur noch selten raus….
Er ist an dem Boot gestorben.
Fazit : Es gibt Menschen, die ziehen ihre Energie, ihre Freude, daraus, dass sie anderen Menschen schaden zufügen. Meine Reaktion, als ich die Geschichte gehört habe war, dass ich bei der ersten Gelegenheit, wo der Nachbar nicht Daheim gewesen wäre, den Garten mit einem Bagger vernichtet und das Boot befreit hätte. Wut war das, was ich gespürt habe. Wut über die Gehässigkeit, die der Nachbar bewiesen hat. Wut über die Hilflosigkeit des alten Mannes. Wut darüber, dass es überhaupt so Menschen gibt. Menschen, die neiden, Menschen, die das Leben eines anderen aus reiner Gehässigkeit zerstören.
Man muss sich das mal vorstellen, dieser Nachbar hat irgendwann, vielleicht schon an dem Tage, wo er dem Mann mit dem Boot die Möglichkeit der Gartendurchquerung zugesagt hatte, beschlossen, ihm eben diese einzige Möglichkeit zu verwehren. Die einzige Möglichkeit, das Boot aus dem Garten zu holen und damit einen Lebenstraum zu erfüllen. Und dann hat er noch jeden Tag dabei zugesehen, wie der Mann mit den Händen an seinem Traum schmirgelt und sägt, ohne nur ansatzweise zu erahnen, dass dieser sich nicht erfüllen wird.
Wie tief muss man menschlich sinken, um so zu handeln ? Letztendlich, das kann man so sagen, hat er das Leben des Mannes auf dem Gewissen. Dieser ist nämlich wirklich dran zugrunde gegangen, jeden Tag in den Garten zu schauen und zu realisieren, dass dort sein Traum in der Sackgasse steht.
Ein Bekannter hat mir diese Story erzählt, dem Inhalt ist glauben zu schenken, wenn ich sie auch ein wenig ausgeschmückt habe. Ich habe an dem Tag, wo mir diese Geschichte erzählt worden ist, lange…sehr lange nachgedacht. Ich habe überlegt, was ich gemacht hätte, wenn es sich um meinen Vater gehandelt hätte, oder mich selber.
Nun, ich weiß ja, dass Gewalt keine Lösung ist…..Aber……………………………
