Schwarz-weiße Zeichnung von stilisierten Lippen mit zwei pinken Punkten seitlich

DEFINITION

Das Dahlia Piercing (häufig auch als Dahlia Bites oder Mundwinkel-Piercing bezeichnet) ist eine symmetrische Piercing-Kombination, die direkt an den äußeren Mundwinkeln platziert wird. Es besteht aus zwei separaten Piercings (links und rechts), die die Mundspalte optisch nach außen verlängern. Beide Bezeichnungen – Dahlia Piercing und Dahlia Bites – sind in der Szene geläufig.

ANATOMISCHE POSITIONIERUNG

  • Lage: Die Einstichpunkte liegen unmittelbar an oder leicht außerhalb der linken und rechten Mundwinkel.

  • Anatomie-Abhängigkeit: Hoch. Die Mundwinkel gehören zu den beweglichsten Zonen des Gesichts, da hier verschiedene Gesichtsmuskeln aufeinandertreffen. Die Platzierung muss präzise gewählt werden, um die Belastung durch Sprechen, Kauen und Lachen zu minimieren und Reibung an den Backenzähnen zu vermeiden.

  • Schmuckform: Verwendet werden gerade Labret-Stecker aus Titan mit einer flachen Rückplatte für den Innenraum. Wegen der starken Muskelbewegung und anfänglichen Schwellung ist ein rechtzeitiges Anpassen der Stiftlänge (Downsizing) nach der ersten Heilungsphase erforderlich.

HISTORIE

  • Herkunft & Name: Der Name geht auf den bekannten Kriminalfall der „Schwarzen Dazie“ (Black Dahlia, Elizabeth Short) aus dem Jahr 1947 zurück, bei der die Mundwinkel aufgetrennt worden waren. Trotz dieser makabren begrifflichen Herkunft hat sich der Name als Standardbezeichnung durchgesetzt.

  • Entwicklung: Das Piercing entstand in der modernen Body-Modification-Szene als Nischen-Variante zwischen Lippen- und Wangen-Piercings (Cheek Piercings).

WARUM ES IN DEN LETZTEN JAHREN SO BELIEBT WURDE

  • Veränderung der Mundkontur: Die Platzierung an den Mundwinkeln betont die breite Achse des Mundes und verleiht der Mimik auch im ruhenden Zustand einen prägnanten Ausdruck.

  • Vergleichsweise selten: Aufgrund des höheren Pflegeaufwands und der anspruchsvolleren Abheilung im Bewegungsbereich der Mundwinkel wird es seltener getragen als klassische Lippenpiercings wie Snake Bites oder Medusa.

  • Horizontale Symmetrie: Es dient in komplexeren Gesichts-Setups als waagerechter Gegenpol zu mittig sitzenden Piercings wie Septum, Medusa oder Vertikalem Labret.