DAITH PIERCING
DEFINITION
Das Daith Piercing (ausgesprochen wie „Faith“ mit D) ist ein Knorpelpiercing an der innersten Knorpelfalte der Ohrmuschel, direkt oberhalb des Gehörgangs. Aufgrund der dicken Knorpelschicht und der verwinkelten Lage gilt es unter Piercern als eine der anspruchsvollsten Platzierungen.
ANATOMISCHE POSITIONIERUNG
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Lage: Es wird vertikal durch die waagerechte Knorpelbrücke (Crus helicis) gestochen, die sich im Zentrum der Ohrmuschel befindet und den Gehörgang nach oben hin begrenzt.
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Anatomie-Abhängigkeit: Die Ausprägung dieses Knorpelkamms unterscheidet sich von Mensch zu Mensch stark. Ist die Falte zu schwach ausgeprägt oder zu klein, kann das Piercing anatomisch bedingt manchmal nicht gestochen werden.
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Schmuckform: Als Schmuck werden fast ausschließlich Ringe (z. B. Clicker, Segmentringe oder CBRs) oder gebogene Stäbe (Bananabells) getragen, die sich passgenau in die Rundung der Ohrmuschel schmiegen.
HISTORIE
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Herkunft & Name: Das Piercing hat eine vergleichsweise junge, aber definierte Geschichte. Es wurde 1992 von dem US-amerikanischen Piercer Erik Dakota und seiner Kundin entwickelt. Der Name leitet sich vom hebräischen Wort Da’at (דעת) ab, was „Wissen“ oder „Erkenntnis“ bedeutet.
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Symbolik: Die ursprüngliche Idee war, dass nur ein wahrhaft weiser Piercer in der Lage sein sollte, diese anatomisch schwierige Stelle korrekt zu durchstechen.
WARUM ES IN DEN LETZTEN JAHREN SO BELIEBT WURDE
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Der Migräne-Hype: Ab Mitte der 2010er-Jahre verbreitete sich das Daith Piercing rasend schnell über soziale Medien als angebliche Wundermedizin gegen Migräne und Kopfschmerzen. Der Hintergrund: An dieser Stelle liegt ein bekannter Punkt der Ohrakupunktur. Auch wenn die Wirkung medizinisch nicht wissenschaftlich belegt ist und auf einem Placebo-Effekt beruhen kann, ließen sich unzählige Betroffene das Piercing als Hoffnungsträger stechen.
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Zentraler Blickfang im „Curated Ear“: Das Daith liegt zentral im Ohr und bildet durch geschwungene, oft reich verzierte Ringe (z. B. in Herzform oder mit Edelsteinen) das optische Herzstück moderner Ohrschmuck-Kombinationen.
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Praktischer Alltagsschutz: Da das Piercing tief in der inneren Ohrmuschel liegt, ist es vor hängenbleibenden Haaren oder Mützen besser geschützt als Piercings am äußeren Ohrrand (auch wenn beim Tragen von In-Ear-Kopfhörern während der Heilungsphase Vorsicht geboten ist).