Zeichnung eines Guiche Piercings mit pinkem Ring auf weißem Hintergrund

DEFINITION

Das Guiche Piercing (ausgesprochen: Giesch) ist ein Intimpiercing bei männlicher Anatomie. Es verläuft waagerecht (horizontal) durch die Haut- und Gewebefalte des Damms (Perineum), also im Bereich zwischen dem Ansatz des Hodensacks und dem After.

ANATOMISCHE POSITIONIERUNG

  • Lage: Der Stichkanal sitzt mittig am Damm (Perineum), unterhalb des Skrotums (Hodensack) und oberhalb des Anus.

  • Anatomie-Abhängigkeit: Gering bis moderat. Voraussetzung ist eine gut greifbare Hautfalte am Damm. Die exakte Höhe des Stichkanals muss individuell so angepasst werden, dass der Schmuck beim Sitzen, Radfahren oder Sport nicht störend drückt.

  • Schmuckform: Als Erst- und Folgeschmuck kommen vor allem Ringe (Captive Bead Rings, Segment-Clicker), Hufeisen-Stäbe (Circular Barbells) oder gebogene Stäbe (Bananabells) aus hochpoliertem Titan zum Einsatz. Das elastische Dammgewebe eignet sich zudem sehr gut zum späteren Dehnen auf größere Materialstärken.

HISTORIE

  • Herkunft & Name: Der Begriff Guiche entstammt vermutlich dem französischen Sprachgebrauch oder indigenen Einflüssen, die in den Frühzeiten der Body-Modification-Bewegung dokumentiert wurden.

  • Entwicklung: Das Guiche wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren in den USA (u. a. durch Pioniere wie Doug Malloy, Fakir Musafar und das Studio Gauntlet) als eines der ersten modernen Damm-Piercings in der westlichen Subkultur bekannt gemacht.

WARUM ES BEACHTUNG FINDET / GETRAGEN WIRD

  • Gezielte perineale Stimulation: Durch die Lage am Damm übt der Schmuck bei Alltagssituationen, Bewegung oder Intimität leichten Druck auf das darunterliegende Gewebe und die Beckenbodenmuskulatur aus, was viele Träger als sehr angenehm empfinden.

  • Diskrete, verborgene Platzierung: Es liegt an einer der privatesten Stellen des Körpers und ist im Alltag selbst bei leichter Bekleidung völlig unsichtbar.

  • Hervorragend zum Dehnen geeignet: Das dehnbare Hautgewebe im Dammbereich erlaubt es, den Stichkanal mit der Zeit schrittweise auf massivere Schmuckstärken zu bringen, was das Tragegefühl und die Optik nochmals verändert.