Schwarz-weiße Zeichnung von Lippen mit kleinem pinken Punkt darunter auf weißem Hintergrund

DEFINITION

Das Labret Piercing (ausgesprochen: La-brett, anatomisch auch als klassisches Unterlippenpiercing bekannt) ist der absolute zeitlose Klassiker unter den Lippenpiercings. Es bezeichnet das Durchstechen der Unterlippe direkt unterhalb des Lippenrots. Durch seine enorm hohe Vielseitigkeit und die Möglichkeit, nach der Abheilung sowohl filigrane Stecker als auch Ringe zu tragen, gilt es weltweit als eines der populärsten Gesichts-Piercings überhaupt.

ANATOMISCHE POSITIONIERUNG

  • Lage: Es sitzt unterhalb der Unterlippe – wahlweise punktgenau in der Mitte oder seitlich versetzt. Der Stichkanal verläuft von außen durch die Unterlippe nach innen in die Mundhöhle.

  • Anatomie-Abhängigkeit: Gering bis moderat. Das Labret lässt sich bei nahezu allen anatomischen Voraussetzungen problemlos umsetzen. Wichtig ist eine präzise Winkelung durch den Piercer, damit die flache Rückplatte auf der Lippeninnenseite optimal ruht und kein störender Druck auf Zähne oder Zahnfleisch entsteht.

  • Schmuckform: Für den Ersteinsatz wird ein leicht überlanger, gerader Stecker (Labret) aus medizinischem Titan eingesetzt, um der anfänglichen Gewebeschwellung Platz zu geben. Nach dem vollständigen Ausheilen kann auf kürzere Stecker mit verschiedensten Aufsätzen, durchgehende Ringe (z. B. Segmentring/Clicker) oder Hufeisen-Ringe (Circular Barbells) gewechselt werden.

HISTORIE

  • Herkunft & Name: Der Name leitet sich direkt vom lateinischen Wort labrum („Lippe“) ab. Das Labret besitzt eine der ältesten nachgewiesenen Traditionen der Menschheit: Bereits vor Jahrtausenden trugen indigene Völker in Amerika (wie Maya, Azteken und Inuit) sowie verschiedene afrikanische Stämme Holzteller, Knochen- oder Metallpflöcke in der Unterlippe als Zeichen von Rang, Würde, Stammeszugehörigkeit oder Schutz vor bösen Geistern.

  • Entwicklung: In den 1990er- und 2000er-Jahren erlebte das Labret im Zuge der Punk-, Metal- und Emo-Welle ein massives Comeback. Heute hat es sich vom reinen Subkultur-Merkmal zu einem eleganten, alltagstauglichen Mainstream-Klassiker entwickelt.

WARUM ES IN DEN LETZTEN JAHREN SO BELIEBT WURDE

  • Unübertroffene Schmuck-Wandelbarkeit: Kaum ein anderes Piercing verändert seine Wirkung durch den Schmuckwechsel so stark. Ein zarter Ring verleiht dem Gesicht einen modernen, urbanen Touch, während ein flacher Titan-Stecker mit Kristall extrem edel und dezent wirkt.

  • Der unvergängliche Allrounder: Als Basis-Piercing der Unterlippe kommt das Labret nie aus der Mode. Es lässt sich sowohl als einzelnes Highlight tragen als auch perfekt mit Nase-, Augenbrauen- oder Ohr-Piercings kombinieren.

  • Vielseitige Platzierungsmöglichkeiten: Ob als mittiges Zentrierungs-Element am Kinn oder als seitliches Doppel-Piercing (wie z. B. Snake Bites oder Spider Bites) – das Labret bietet beispiellose Gestaltungsfreiheit für individuellen Gesichtsschmuck.