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TRANSVERSE LOBE PIERCING

Illustration eines Ohres mit zwei rosa transversalen Ohrläppchen-Piercings auf weißem Hintergrund

DEFINITION

Das Transverse Lobe Piercing (ausgesprochen: Tranz-vörs Loub) ist eine seltene und optisch außergewöhnliche Variante des Ohrläppchen-Piercings. Im Gegensatz zum klassischen Ohrloch wird der Schmuck nicht von vorne nach hinten gestochen, sondern verläuft waagerecht (horizontal) durch das gesamte Gewebe des Ohrläppchens. Aufgrund des ungewöhnlich langen Stichkanals und der nötigen Symmetrie gilt es unter Piercern als anspruchsvolle Präzisionsarbeit.

ANATOMISCHE POSITIONIERUNG

  • Lage: Der Stichkanal führt quer von der äußeren zur inneren Seite des Ohrläppchens. Nach dem Einsetzen sind an beiden Seitenkanten des Läppchens nur die Verschlusskugeln zu sehen.

  • Anatomie-Abhängigkeit: Das Piercing erfordert ein ausreichend großes, voluminöses und frei hängendes Ohrläppchen. Bei sehr kleinen, extrem dünnen oder eng angewachsenen Ohrläppchen kann das Transverse Lobe meist nicht gestochen werden, da das Risiko von Gewebequetschungen oder ein Rauswachsen (Migration) zu hoch wäre.

  • Schmuckform: Als Erst- und Dauerschmuck wird in der Regel ein gerader Stab (Straight Barbell) verwendet. Je nach der individuellen Form und Wölbung des Ohrläppchens setzt man manchmal auch auf einen leicht gebogenen Stab (Bananabell), um Druckstellen im Gewebe zu vermeiden.

HISTORIE

  • Herkunft & Name: Die Bezeichnung setzt sich aus dem lateinischen transversus („quer verlaufend“) und dem englischen earlobe („Ohrläppchen“) zusammen. Das Piercing etablierte sich ab den späten 1990er-Jahren als kreative Weiterentwicklung des traditionellen Ohrlochs in der modernen Body-Modification-Szene.

  • Symbolik & Handwerk: Ursprünglich galt das Transverse Lobe als feines handwerkliches Statement. Da der lange Weg durch das weiche Gewebe schnell schief geraten kann, galt ein perfekt waagerecht sitzender Stab als Beweis für das technische Können eines Piercers.

WARUM ES IN DEN LETZTEN JAHREN SO BELIEBT WURDE

  • Extravaganter Hingucker: Während klassische Ohrlöcher alltäglich sind, sorgt die horizontale Linienführung für einen überraschenden optischen Effekt. Die Schwebeseite der Kugeln lässt Betrachter oft rätseln, wie der Schmuck überhaupt verläuft.

  • Längere Heilungszeit als beim Standard-Lobe: Obwohl es sich um Weichgewebe und nicht um Knorpel handelt, ist die Ausheilzeit durch den ungewöhnlich langen Stichkanal deutlich erhöhter. Träger müssen hier mit einer Heilungsdauer von meist 3 bis 6 Monaten rechnen.

  • Vielseitig im „Ear-Stacking“: Das Transverse Lobe lässt sich hervorragend mit darüber liegenden Helix- oder Conch-Piercings kombinieren. Auch gedehnte Ohrlöcher oder klassische Lobe-Piercings können bei passender Anatomie parallel dazu getragen werden.