ANODISATION
DEFINITION
Anodisation (auch elektrolytische Oxidation) ist ein elektrochemisches Veredelungsverfahren, bei dem die Oberfläche von Metallen wie Titan oder Niob durch kontrollierte Oxidation gefärbt und zusätzlich gehärtet wird.
ANWENDUNG & SPEZIFIKATION
Prozess: Der Schmuck wird in ein Elektrolytbad getaucht. Durch Anlegen einer präzisen elektrischen Gleichspannung (z. B. 15 bis 100 Volt) wächst die natürliche Titanoxidschicht auf der Oberfläche an. Durch Lichtbrechung (Interferenz) entstehen leuchtende Farben wie Bronze, Rosegold, Blau, Gelb, Violett oder Teal.
Sicherheit: Da keinerlei Farbstoffe, Lacke oder chemische Beschichtungen aufgetragen werden, bleibt die biologische Verträglichkeit und Glätte des Titans zu 100 % erhalten.
HISTORIE
Herkunft & Name: Der Begriff leitet sich von der Anode (dem Pluspol im Stromkreis) ab. Das Verfahren wurde in der industriellen Metallverarbeitung des 20. Jahrhunderts entwickelt.
Entwicklung: In der Body-Modification-Szene wurde das Anodisieren in den späten 1970er- und 1980er-Jahren durch Pioniere wie Jim Ward (Gauntlet) eingeführt, um farblichen Körperschmuck ohne Allergierisiko anzubieten.
WARUM ES EINGESETZT WIRD
Maximale Verträglichkeit bei hoher Ästhetik: Ermöglicht die farbliche Anpassung von Erst- und Folgeschmuck (z. B. für Curated Ear Setups) ohne Beeinträchtigung der Wundheilung.
Dauerhaftigkeit: Die Oxidschicht nutzt sich nicht wie eine Beschichtung ab, sondern ist fester Bestandteil des Metalls selbst.