Minimalistische Zeichnung eines Ohrs mit pinkem Punkt am Tragus auf weißem Hintergrund

DEFINITION

Das Tragus Piercing (ausgesprochen: Tra-gus) ist einer der zeitlosesten Klassiker unter den Knorpelpiercings. Es wird durch den kleinen, dicker gewölbten Knorpellappen am Eingang des Gehörgangs gestochen. Durch seine prägnante Platzierung direkt am Übergang vom Ohr zum Gesicht ist es ein eleganter Hingucker und fester Bestandteil fast jedes durchgestylten Ohr-Stylings.

ANATOMISCHE POSITIONIERUNG

  • Lage: Es sitzt direkt auf dem Tragus – dem dreieckigen Knorpelvorsprung, der den äußeren Gehörgang nach vorne hin schützt.

  • Anatomie-Abhängigkeit: Moderat. Der Knorpellappen muss ausreichend groß und ausgeprägt sein, um den Schmuck stabil aufzunehmen. Ist der Tragus anatomisch bedingt extrem klein oder flach, kann das Piercing schwer stichbar sein oder das Risiko von Druckstellen erhöhen.

  • Schmuckform: Als Erstschmuck wird fast ausnahmslos ein gerader Stecker (Labret) mit flacher Rückseite eingesetzt. Die flache Platte an der Rückseite sorgt dafür, dass der Gehörgang frei bleibt und keine Spannungen entstehen. Nach der vollständigen Ausheilung kann auf filigrane Aufsätze oder kleine Ringe (z. B. Clicker oder CBRs) gewechselt werden.

HISTORIE

  • Herkunft & Name: Der Name leitet sich vom altgriechischen Wort trágos („Ziegenbock“) ab – eine Anspielung auf die kleinen Härchen, die an dieser Stelle wachsen können und an einen Ziegenbart erinnern. Das Piercing fand in den frühen 1990er-Jahren über die moderne Body-Modification-Szene seinen Weg in die Studios.

  • Entwicklung: Was in den 90er- und 2000er-Jahren noch als leicht rebellisches Statement galt, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der weltweit populärsten und akzeptiertesten Knorpelplatzierungen überhaupt.

WARUM ES IN DEN LETZTEN JAHREN SO BELIEBT WURDE

  • Der vordere Ankerpunkt im „Curated Ear“: Das Tragus schließt Ohr-Kombinationen zur Gesichtsseite hin perfekt ab. Es bildet das ideale optische Gegengewicht zu Piercings am äußeren Ohrrand (Helix, Conch) oder den Ohrläppchen (Lobes).

  • Frontaler Blickfang: Da es nach vorne ausgerichtet ist, fällt es bei frontaler Betrachtung des Gesichts sofort ins Auge – wirkt dabei aber nie aufdringlich.

  • Riesige Schmuckauswahl: Von unaufgeregten Glitzersteinen über filigrane Gold-Motive bis hin zu winzigen Ringen lässt sich der Look von dezent-alltagstauglich bis hin zu hochgradig elegant variieren.