WARNHINWEIS

Ohrläppchen und Knorpel sollten ausnahmslos mit sterilen Einweg-Hohlkanülen von ausgebildeten Piercern gestochen statt mit Ohrlochpistolen geschossen werden um irreperable Schäden zu vermeiden.

DEFINITION

Eine Ohrloch-Pistole ist ein mechanisches Federdruckgerät, bei dem ein stumpfer Ohrstecker mit hoher Gewalt durch das Gewebe getrieben wird.

ANWENDUNG & SCHÄDEN

  • Gewebetrauma: Das Gerät schneidet das Gewebe nicht sauber durch, sondern zertrümmert und quetscht es. Bei Knorpelgewebe (z. B. Helix) führt dies häufig zu dauerhaftem Knorpelbruch, Perichondritis oder Deformierungen.

  • Mangelnde Hygiene: Die Geräte bestehen größtenteils aus Kunststoff und können nicht im Autoklaven sterilisiert werden. Es besteht akute Gefahr von Kreuzkontaminationen durch mikroskopische Blutspuren.

HISTORIE

  • Herkunft & Name: Ursprünglich in den 1960er-Jahren für das Markieren von Vieh entwickelt, wurde das Prinzip in den 1970ern für Ohrlöcher abgewandelt.

  • Entwicklung: Von professionellen Piercingverbänden weltweit seit den 1990er-Jahren als gesundheitsgefährdend abgelehnt.